Wirtschaft & Politik

EU sieht Gemalto-Kauf durch Thales kritisch

Die europäischen Wettbewerbshüter sehen Insidern zufolge die 4,8 Mrd. Euro schwere Übernahme des niederländischen Chipherstellers Gemalto durch den französischen Rüstungskonzern Thales kritisch: Am 23. Juli will die EU-Kammission eine vertiefte Überprüfung des Zukaufs einleiten. Thales habe sich geweigert, Zugeständnisse zu machen, um Bedenken wegen Überlappungen mit Gemalto aus dem Weg zu räumen. Die Frist dafür sei am 16. Juli abgelaufen. Die EU-Kommission wollte sich dazu nicht äussern, bei Thales war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Jeff Bezos baut Vorsprung auf Bill Gates als reichster Mensch aus

Jeff Bezos, Big Boss des Online-Versandhandelsriesen Amazon, hat seinen Vorsprung als reichster Mensch der Welt ausgebaut. Laut einer von der US-Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Rangfolge liegt das Nettovermögen des 54-Jährigen inzwischen bei 151 Mrd. Dollar (150,56 Mrd. Schweizer Franken). Er hat damit den Microsoft-Gründer Gill Gates weit abgehängt. Dessen Vermögen beziffert Bloomberg auf 95,3 Mrd. Dollar.

Sicherer Datenaustausch zwischen EU und Japan

Die EU und Japan schliessen neben einem umfassenden Handelsvertrag auch ein Abkommen über den Austausch von Daten. Die Einigung schaffe den weltgrössten Wirtschaftsraum, in dem persönliche Daten unter Wahrung hoher Sicherheitsstandards ausgetauscht werden könnten, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Bei Informationen von Europäern, die in Japan verarbeitet werden, gelten demnach Standards, die mit den EU-Regeln gleichwertig seien. Auch werde es für europäische Unternehmen einfacher, Daten zwischen beiden Seiten austauschen.

Airbnb wegen Regelverstössen im Visier von EU-Kommission

Pünktlich zur Hauptreisesaison nimmt die EU-Kommission den US-Zimmervermittler Airbnb ins Visier: Die Internetplattform verstosse mit teils unklaren Preisangaben und unzulässigen Geschäftsbedingungen gegen EU-Recht und habe bis Ende August Zeit für Korrekturen, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag gemeinsam mit europäischen Verbraucherschutzbehörden. Reiche die Antwort nicht aus, könnte die Kommission einschreiten, hiess es weiter.

US-Regierung legt sich im Kartellrechtsstreit mit AT&T weiterhin quer

Die US-Regierung gibt ihren Widerstand gegen die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomriesen AT&T nicht auf: Nachdem eine Kartellrechtsklage gescheitert war, ging das Justizministerium gegen das Urteil in Berufung. Das geht aus dem entsprechenden Gerichtsantrag hervor. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte gegen den über 80 Milliarden Dollar schweren Mega-Deal geklagt, weil sie eine zu grosse Marktmacht und Nachteile für Wettbewerber und Kunden befürchtete.

Deutschland und China wollen bei autonomen Autos partnern

Deutschland und China wollen ihre Zusammenarbeit bei autonomen Fahrzeugen als einer der wichtigsten Zukunftstechnologien der Autoindustrie vertiefen. "Wir hoffen, dass der heutige Tag ein guter Tag ist", sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Berlin. Es gehe um eine offene, transparente Kooperation.

Apple Music soll Spotify in den USA überholt haben

Apple soll mit seinem Musikstreamingservice Apple Music den Konkurrenten Spotify in den Vereinigten Staaten überholt haben. Das berichtet das Branchenmagazin Digital Music News unter Berufung auf einen "grossen Vertrieb" mit "vertraulichen Informationen". So sollen sowohl Apple Music wie auch Spotify bereits über 20 Millionen zahlende Kunden bedienen, Apple sei aber nun einen kleinen Schritt voraus. Insgesamt habe der Streamingdienst aber auch ein rascheres Wachstum, weswegen zu erwarten ist, dass er Spotify in den nächsten Monaten weiter überholt.

Chiphersteller AMS kommt in Schweizer Börsenindex SLI

Der steirische Sensor-und Chiphersteller AMS AG rückt in den Schweizer Aktienindex Swiss Leader Index (SLI) auf. Ebenfalls neu aufgenommen wird die Bankensoftwarefirma Temenos. Dagegen fallen der Versicherer Baloise und der Backwarenhersteller Aryzta aus der Gruppe der 30 grössten Titel des Schweizer Aktienmarktes, wie die Börse SIX mitteilte. Im Schweizer Leitindex SMI, der 20 Werte umfasst, gibt es keine Veränderungen. Im SMIM der mittelgrossen Firmen ersetzen die Technologiefirma VAT und die Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech den Logistiker DKSH und die Apothekenfirma Galenica.

Huawei kalkuliert nicht mit US-Sanktionen

Der chinesische Smartphone- und IT-Riese Huawei rechnet nicht damit, dass die US-Regierung das Unternehmen mit Strafmassnahmen belegen wird. "Das wäre schwer vorstellbar. Vor zehn Jahren haben wir ein System zur Kontrolle unserer Exporte installiert, das sehr effizient funktioniert. Wir befolgen alle Gesetze und Vorschriften Europas, der Vereinten Nationen und der USA", erklärte Huaweis Deputy Chairman und rotierender CEO Ken Hu in einem Interview.