Mehr als 100 Kaufinteressenten für Wirecard-Gesellschaften

Michael Jaffe, Insolvenzverwalter des deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard, sieht Fortschritte bei der Verwertung der Konzernteile des angeschlagenen Unternehmens. Für Teile des weltweit tätigen Dienstleisters hätten sich bereits mehr als 100 Kaufinteressenten gemeldet, teilte er heute nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses mit.

Anzeige gegen Ex-Wirecard-Manager in Wien

Im Bilanzskandal rund um den insolventen Finanzdienstleister Wirecard wird jetzt auch die Wiener Staatsanwaltschaft tätig. Da die beiden betroffenen Ex-Wirecard-Vorstände Markus Braun und Jan Marsalek Österreicher sind, wurde heute in Wien Anzeige gegen sie wegen des Verdachts der Marktmanipulation und des schweren Betrugs eingebracht. Ob die Staatsanwaltschaft jedoch Ermittlungen aufnehmen wird, steht noch nicht fest.

Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek will sich doch nicht stellen

Der seit einigen Tagen von der Staatsanwaltschaft München gesuchte Ex-Vorstand des in einen Bilanzskandal verstrickten Finanzdienstleisters Wirecard, der Österreicher Jan Marsalek, will sich nun doch nicht der Justiz stellen. Das berichten übereinstimmend die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR unter Berufung auf "Kreise" der Prozessbeteiligten.

Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek in China untergetaucht?

Seit Tagen sucht die Staatsanwaltschaft München nach dem Österreicher Jan Marsalek, Ex-Vorstand von Wirecard, von dem sie Antworten auf zentrale Fragen im Bilanz-Skandal rund um den Finanzdienstleister erwartet. Doch der Manager, der sich Anfang nächster Woche der Münchner Staatsanwaltschaft I stellen wollte, ist anscheinend untergetaucht - die jüngsten Spuren führen nach China, wie zahlreiche Medien berichten.

Wirecard meldet Insolvenz an

Durch den Bilanzskandal rund um Luftbuchungen in der Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar, die es vermutlich nicht gibt, steht der Zahlungsdienstleister Wirecard nun vor der Pleite und meldet Insolvenz an. Die knappe Mitteilung des Unternehmens dazu: "Der Vorstand der Wirecard AG hat heute beschlossen, beim zuständigen Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Wirecard AG wegen drohender Insolvenz und Überschuldung zu stellen. Derzeit wird geprüft, ob für Tochterunternehmen der Wirecard Group Insolvenzanträge gestellt werden müssen."

Ex-Wirecard-Boss Markus Braun musste zwangsweise Aktien verkaufen

Musste Grossteil seiner Aktien verkaufen: Markus Braun (Bild: Leo Molatore/ Flickr/ CCO)

Markus Braun, bis vor kurzem noch Chef der auf elektronische Zahlungsdienstleistungen fokussierten Wirecard, musste einen wesentlichen Teil seiner Aktien an dem von einem Bilanzskandal existenzbedrohten Dax-Konzern abstossen. In einer Serie von Verkäufen hat Braun insgesamt 155 Millionen Euro erlöst, wie Wirecard in mehreren Ad-hoc-Mitteilungen bekannt gegeben hat. Als Grund wurden sogenannte Margin Calls genannt, was soviel bedeutet, dass Braun im Grunde dazu gezwungen war, die Aktien zu veräussern.

Wirecard muss sich auf weitere Ermittlungen gefasst machen

Wirecard-Hauptsitz in Aschheim bei München (Bild: zVg)

Die auf elektronische Zahlungsdienstleistungen fokussierte Wirecard muss sich nach dem Hinweis auf mögliche Luftbuchungen in Milliardenhöhe auf weitergehende Ermittlungen gefasst machen. "Wir prüfen alle in Betracht kommenden Straftaten", erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Wirecard hatte in der Nacht eingeräumt, dass 1,9 Milliarden Euro, die das Unternehmen auf Treuhänderkonten verbucht hatte, sehr wahrscheinlich nicht existieren.

US-Justizministerium forciert Gesetz für stärkere Haftung von Internet-Konzernen

Gesetzt für stärkere Haftung von Internetkonzernen gefordert (Symbolbild: Fotolia/ Arahan)

Die US-Regierung treibt einem Insider zufolge einen Plan voran, Internet-Konzerne stärker für die Inhalte ihrer Nutzer verantwortlich zu machen. Das Justizministerium werde einen entsprechenden Gesetzentwurf vorstellen, sagte ein Mitarbeiter. Dieser müsste vom Kongress verabschiedet werden. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" über den Schritt berichtet. Präsident Donald Trump hatte Ende Mai eine Verordnung mit einem ähnlichen Ziel unterzeichnet. Derartige Erlasse des Präsidenten sind jedoch in der Regel schwächer als Gesetze des Kongresses.

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