Amazon entwickelt eigenen Quantenrechner

Quantencomputng: Amazon arbeitet an eigenem Rechner (Symbolbild:Adobe Stock)

Der Online-Versandhandels- und Cloud-Riese Amazon arbeitet offenbar an einem eigenen Quantencomputer. Wie Oskar Painter, Chef des Quantenhardware-Teams bei Amazon Web Services (AWS), gegenüber dem Deutschen Handelsblatt betonte, laufe im Konzern ein internes Projekt, einen eigenen Quantencomputer zu bauen und Software und Algorithmen dafür zu entwickeln. Auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung der neuen Technologie haben bisher Google und IBM die Nase vorn.

Wo die Entwicklung von Quantencomputern aktuell steht

Die ETH entwickelte die erste Programmiersprachen für Quantenrechner (Bild: ETH Zürich)

Mit der Quantentechnologie verbinden sich fantastisch anmutende Erwartungen und realistische Möglichkeiten, die unfassbar weit über das Vermögen traditioneller Computer hinausgehen. Wie weit diese technologische Revolution des 21. Jahrhunderts bereits fortgeschritten ist, wie die Technologie sich von der jetzigen unterscheidet und auf welchen Gebieten die millionen- und milliardenfach höhere Leistungsfähigkeit der Quantentechnologie ungeheure Lösungen und Verbesserungen in Aussicht stellt, untersucht der folgende Beitrag.

IBM präsentiert Quantencomputer

Symbolbild: AdobeStock

Der US-IT-Riese IBM und die Fraunhofer-Gesellschaft präsentieren heute ersten Quantencomputer von "Big Blue" in Europa. Die Rechneranlage am Deutschlandsitz von IBM in Ehningen bei Stuttgart soll unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft genutzt werden, um die Technologie, die Anwendungsszenarien und die Algorithmen weiter zu erforschen, heisst es in einer Aussendung der Partner.

Erste Schritte auf dem Weg zum zuverlässigen Quanten-Maschinenlernen

Aufbauend auf Konzepten wie der Quantenverschränkung versprechen Quantencomputer eine Fülle von Anwendungen für maschinelles Lernen. (Foto: Keystone/Science Photo Library)

Die Quantencomputer der Zukunft sollen nicht nur superschnell rechnen, sondern auch zuverlässig. Noch ist das eine grosse Herausforderung. Nun haben Informatiker unter dem Lead der ETH Zürich erste Schritte in Richtung zuverlässiges Quanten-​Maschinenlernen gemacht.

Unternehmen erwarten erheblichen Einfluss von Quantencomputern auf Geschäftsmodelle

Die Bedeutung von Quantencomputing steigt (Symbolbild: Adobe Stock)

Quantencomputer dürften im kommenden Jahrzehnt zunehmend Einfluss auf Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle gewinnen. Das geht aus einer Studie hervor, für die die Strategieberatung Roland Berger europaweit 110 Führungskräfte unterschiedlichster Branchen befragt hat: Die Mehrheit erwartet demnach signifikante Veränderungen durch die ultraschnelle Rechentechnologie, entweder weil sie den digitalen Wandel zusätzlich beschleunigt (42 Prozent) oder weil sie neue Disruptionen auslöst (23 Prozent).

Deutschland forciert Quantencomputing und investiert zwei Milliarden Euro

Symbolbild: AdobeStock

Das deutsche Forschungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium wollen bis 2025 in Quantencomputing 2 Milliarden Euro investieren. Damit soll in einem ersten Schritt der Aufbau von Demonstrationsquantencomputern finanziert werden. Als Zweites soll ein Netzwerk mit Anwendern aus Industrie und Grundlagenforschung entstehen, das die Potenziale der extrem leistungsfähigen Quantencomputer für unterschiedliche Bereiche beurteilen soll.

Thermometer für Quantencomputer entwickelt

Neues Thermometer und altes Fieberthermometer (Foto: chalmers.se/en)

Forscher der Technischen Universität Chalmers haben ein Thermometer mit einer Messgenauigkeit von einem Tausendstel Kelvin entwickelt - und das nahe dem absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad Celsius). Bei dieser kaum vorstellbaren Temperatur arbeiten die Schaltkreise eines Quantencomputers, der im Unterschied zum klassischen PC nicht auf Basis der Gesetze der Physik arbeitet.

Mini-Ventil löst Hitzeproblem bei Quanten-PCs

Ein 3D-Modell veranschaulicht das neue Quantenpunkt-Ventil (Foto: David Wander)

Forscher der Universität Grenoble Alpes und des Centre of Excellence - Quantum Technology Finland (QTF) haben offenbar das Hitzeproblem bei Quantencomputern gelöst. Hierfür setzen sie auf ein eigens entwickeltes Mini-Ventil in Grösse eines einzigen Quantenpunkts, mit dem es möglich sein soll, den Fluss überschüssiger Hitze zu regulieren. Das soll eine Überhitzung und daraus resultierende Schäden an den "Superrechnern von morgen" verhindern.

Informationsübertragung in der Quantenkommunikation verbessert

© Österr. Akademie der Wissenschaften/ Klaus Pichler

Einer internationalen Forschungsgruppe um QuantenphysikerInnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der schottischen Heriot-Watt University ist es gelungen, hochdimensionale Verschränkungen in Systemen aus zwei Photonen herzustellen und zu überprüfen. Damit lässt sich schneller und sicherer kommunizieren, wie die WissenschaftlerInnen in der Fachzeitschrift "Quantum" aufzeigen.

Seiten

Quantencomputing abonnieren