Deutscher Wirtschaftsminister möchte europäische Netzwerkausrüster stärken

Peter Altmaier (Foto: Olaf Kosinsky/ kosinsky.eu/ CC)

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier denkt über eine industriepolitische Förderung europäischer Mobilfunknetz-Ausrüster nach: In einer hochgradig globalisierten Welt sei es immer ein Problem, wenn ein Unternehmen Monopolist sei. Deshalb sei die Frage zu stellen, was man tun müsse, damit in Europa grosse, kräftige Netzausrüster entstehen, die dann auch im Wettbewerb mit dem chinesischen Branchenprimus Huawei bestehen. Er sei mit den Telekommunikationsunternehmen im Austausch und führe Gespräche mit seinen europäischen Kollegen.

Auch Deutsche-Telekom-Betriebsrat plädiert für Huawei-Bann

Deutsche Telekom: Betriebsrat fordert harte Gangart gegen Huawei (Bild: DT)

Im Streit über den Umgang mit dem chinesischen Netzwerkausstatter Huawei hat sich der Telekom-Betriebsratschef für eine harte Gangart ausgesprochen: "Wir müssen mittelfristig – also in circa zwei bis drei Jahren – auf Huawei im Mobilfunknetz verzichten, um die Gefahr chinesischer Datenspionage in der deutschen Industrie und Politik zu minimieren", sagte der Arbeitnehmervertreter Josef Bednarski. Der Einfluss Pekings auf den chinesischen Konzern sei gross, er könne jederzeit Daten an Chinas Regierung weiterleiten.

Deutsche Bundesregierung stellt Milliardenbetrag für Mobilfunkmasten in Aussicht

Symbolbild: Karlheinz Pichler

Die deutsche Bundesregierung stellt vor der Digitalklausur des Kabinetts 1,1 Milliarden Euro für neue Mobilfunkmasten in Aussicht. Dazu sollen Mittel aus dem Sondervermögen "Digitale Infrastruktur" bereitgestellt werden. In dieses Sondervermögen sind Milliardenerlöse aus der 5G-Mobilfunkauktion geflossen. Die Bundesregierung will auch eine Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen, um den Ausbau zu unterstützen und wenn nötig selbst Aufträge zu vergeben.

Deutschlands Grüne warnen vor Huawei im 5G-Netz

5G: Deutschlands Grüne warnen vor Huawei-Beteiligung (Bild: Adobe Stock)

Die Grünen im Deutschen Bundestag haben vor einer Beteiligung des chinesischen Technologiekonzerns Huawei am Aufbau des deutschen 5G-Netzes gewarnt. Der Einsatz von Huawei-Komponenten berge Risiken, die nur äusserst schwer abzusehen sind, schrieben die beiden Grünen-Experten Franziska Brantner und Konstantin von Notz im "Handelsblatt". Die beiden Grünen forderten in ihrem Gastbeitrag eine klare Positionierung der Bundesregierung auf nationaler Ebene zum Thema Huawei.

FCC: Huawei und ZTE "Gefahr für die nationale Sicherheit"

ZTE soll zusammen mit Huawei in den USA als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft werden (Logo: ZTE)

Die US-Telekommunikationsbehörde FCC will einen Bann gegen die chinesischen Konzerne Huawei und ZTE aussprechen. Geplant sei, dass die FCC im nächsten Monat dafür plädieren werde, beide Unternehmen als "Gefahr für die nationale Sicherheit" einzustufen, sagten Regierungsvertreter. Damit dürften Staatsgelder nicht mehr für den Kauf von Komponenten oder Dienstleistungen dieser Firmen ausgegeben werden.

BoJo gewährt Huawei Teil-Zugang zu britischem 5G-Netz

5G: Zugang für Huawei in UK (Bild: iStock/Vertigo 3D)

Der britische Premierminister Boris Johnson (BoJo) will einem Medienbericht zufolge dem chinesischen Technologieriesen Huawei Technologies Zugang zum künftigen 5G-Mobilfunknetz des Landes gewähren. Wie die "Sunday Times" unter Berufung auf hochrangige Regierungs- und Sicherheitskreise berichtete, soll Huawei Zugriff auf unkritische Teile des Netzwerks erhalten.

Schweizer Bürgerkomitee zieht gegen 5G ins Feld

5G: In der Schweiz startet eine Volksinitiative dagegen (Symbolbild: Kaspersky)

Schweizer Gegner von 5G wollen aus gesundheitlichen Bedenken den neuen Mobilfunkstandard mit einer Volksinitiative stoppen. Die Bundeskanzlei hat den Initiativtext vorgeprüft und im Bundesblatt veröffentlicht. Damit ist der Startschuss für die Unterschriftensammlung gefallen. Die Initiative "Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk" will die Erhöhung der Anlagegrenzwerte für nichtionisierende Strahlung verbieten. Dieses Verbot soll auch nicht durch neue Messverfahren umgangen werden können.

"5G ade" - Tausende Schweizer 5G-Gegner protestierten in Bern

5G: Tausende Schweizer protestieren dagegen (Symbolbild: Cisco)

Mehrere tausend Menschen haben am Wochenende in der Schweizer Hauptstadt Bern gegen die Einführung des Mobilfunk-Standards 5G demonstriert. Sie protestierten gegen "Zwangsbestrahlung" und forderten eine gesundheitsverträgliche Alternative. In Reden vor dem Bundeshaus wurde vor Risiken für Gesundheit, Umwelt, Demokratie und Sicherheit gewarnt. Den Behörden und der Telekommunikationsbranche wurde vorgeworfen, wirtschaftliche Interessen über alles zu stellen und die Menschen dreist anzulügen. Veranstalterin der Kundgebung war die neue Umwelt- und Konsumentenorganisation Frequencia.

Huawei bietet bei europäischem 5G-Aufbau den USA die Stirn

Im 5G-Bereich hat Huawei einen enormen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz (Bild: Archiv)

Huawei hatte im vergangenen Jahr mit 40 Prozent den grössten Marktanteil unter den Netzwerkausrüstern in Europa, im Nahen Osten und in Afrika, gefolgt von dem schwedischen Unternehmen Ericsson mit 36 Prozent, Chinas ZTE mit 11 Prozent und Nokia aus Finnland mit 10 Prozent. Doch im Mai erlitt die Firma mit Zentrale im südchinesischen Shenzhen einen Rückschlag, als Washington Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen setzte, mit denen US-Firmen nur unter besonderen Auflagen Handel treiben dürfen.

Huawei bei spanischem 5G-Start dabei

Beim 5G-Start in Spanien ist Huawei mit an Bord (Bild: iStock/ Vertigo 3D)

Der von den USA auf eine schwarze Liste gesetzte Huawei-Konzern wird in Spanien eine wichtige Rolle beim Start des schnellen 5G-Mobilfunks spielen. Vodafone Espana werde am 15. Juni in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen 5G-Netze in 15 Städten des Landes in Betrieb nehmen, kündigte der Präsident des Mobilfunk-Anbieter, Antonio Coimbra, an. Neben Huawei werde auch das schwedische Unternehmen Ericsson die Hardware für das Datennetz zur Verfügung stellen.

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