Verbesserung der Barrierefreiheit im E-Government

E-Government soll in der Schweiz barrierefrei sein (Symbolbild: Bund)
E-Government soll in der Schweiz barrierefrei sein (Symbolbild: Bund)

Barrierefreies E-Government soll massgeblich dazu beitragen, dass Einwohner*innen an den Vorteilen der digitalen Schweiz partizipieren können. An einer Tagung in Bern diskutierten heute Fachleute über die konkreten Herausforderungen und Massnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit.

Bund, Kantone und Gemeinden sind nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Online-Dienstleistungen hindernisfrei anzubieten, insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Für sie sind zugängliche Dienstleistungen eine wesentliche Voraussetzung für mehr Selbstständigkeit. Zum Beispiel, um die Steuererklärung oder den Abstimmungszettel ohne Hilfe Dritter auszufüllen.

Über die Herausforderungen für die Umsetzung von barrierefreiem E-Government und darüber, welche Ansätze sich heute etabliert haben und wo Bund, Kantone und Gemeinden noch Stolpersteinen begegnen, wurde an dieser Fachtagung diskutiert, die das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, die Geschäftsstelle E-Government Schweiz und die Geschäftsstelle Digitale Schweiz des Bundesamtes für Kommunikation heute zum ersten Mal durchgeführt haben.

Andreas Rieder, Leiter des Eidgenössischen Büros für Menschen mit Behinderungen, eröffnete die Tagung. Für ihn gehören E-Government und Barrierefreiheit zusammen: "Wer E-Government will - muss auch Barrierefreiheit wollen. Denn nur so können alle Bürger und Bürgerinnen erreicht werden." Auch Barbara Schüpbach-Guggenbühl, Staatsschreiberin des Kantons Basel-Stadt und Präsidentin der Schweizerischen Staatsschreiberkonferenz betonte die Bedeutung der Barrierefreiheit für eine zeitgemässe, nutzerorientierte Verwaltungstätigkeit: "Barrierefreies E-Government ist nicht bloss eine zusätzliche Aufgabe der Verwaltung, sondern ein Schrittmacher für die Weiterentwicklung unserer Arbeit. Besser strukturierte Abfragen, einfache Sprache und eine übersichtliche Gestaltung fordern von uns einen Kulturwandel, der einen adressatengerechten Zugang zu Behördenleistungen ermöglicht."

Daniele Corciulo von der Fachstelle Studium und Behinderung der Uni Zürich, selber blind, zeigte es vor und wies auf den Kern der heutigen Situation hin: "Barrieren entstehen oftmals nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissenheit. Barrierefreiheit ermöglicht jedoch Partizipation und Selbstbestimmung. Dinge, die allen Bürgerinnen und Bürgern gleichermassen zur Verfügung stehen sollten."

Das Zusammenkommen von Bund, Kantonen und Gemeinden solle Anstoss sein, die systematische Zusammenarbeit, das Nutzbarmachen von Synergien und die nachhaltige Umsetzung des chancengleichen Zugangs zu elektronischen Behördendienstleistungen voranzutreiben, heisst es in einem Resümee dazu.