Soldaten unter einem Hightech-Tarnnetz: Sie sind kaum zu erkennen (Foto: saab.com/products/ulcas)

Barracuda, der Rüstungsarm des schwedischen Saab-Konzerns, hat eine Zusatzfunktion für das bereits etablierte Hightech-Tarnnetz "Ultra-lightweight Camouflage Screen" (ULCAS) entwickelt, das die Kommunikation nicht mehr behindert. Die "Frequency Selective Surface System" (FSS) genannte Lösung ermöglicht es Benutzern von ULCAS-Netzen, Funk- und GPS-Systeme uneingeschränkt zu nutzen und dennoch vollständig verborgen zu bleiben.

"Wenn Sie sich in einem herkömmlichen Multispektralnetz befinden und per Funk kommunizieren möchten, müssen Sie Ihre Antenne ausserhalb des Netzes platzieren, um den Breitbandschutz zu umgehen und ein Signal empfangen zu können. Dadurch besteht die Gefahr, dass Sie gesehen werden. Wenn Sie GPS verwenden, müssen Sie möglicherweise die gesamte GPS-Einheit ausserhalb des Netzes platzieren und sind dadurch noch stärker gefährdet", so Entwicklungsleiter Johan Jersblad.

ULCAS-Netze verfügen über ein Farbmuster und eine 3D-Oberflächenstruktur, die es etwa einem Trupp Soldaten ermöglicht, mit dem Wald zu verschmelzen. Zudem blockieren sie Infrarotstrahlen, sodass Temperatursensoren getäuscht werden. Material und Gittermuster sind so konzipiert, dass sie nicht nur Radarsignale von boden-, luft- und weltraumgestützten Systemen absorbieren und dämpfen, wodurch es schwieriger wird zu erkennen, was sich unter dem Netz befindet, sondern alle elektromagnetischen Wellen.

"Moderne Kampfsituationen können sich schnell ändern und es ist wichtig, dass die eingesetzten Truppen in Kontakt bleiben. Mittlerweile ist GPS für die Bereitstellung von Koordinaten von entscheidender Bedeutung, wenn man Luftangriffe vom Boden aus koordiniert. Mit dem FSS-System haben Sie vollen Zugriff auf diese beiden Ressourcen", verspricht Jersblad. Das radardämpfende Material ist in einem Gittermuster angeordnet. Grösse und Form sind so gewählt, dass hochfrequente Radarwellen im Bereich von einem bis 100 Gigahertz absorbiert werden, niederfrequentere Radiowellen und GPS-Signale jedoch problemlos durchkommen.



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