Behördliche Beschränkungen rund um Smartphone-Spiele haben dem chinesischen Technologiekonzern Tencent den ersten Gewinnrückgang seit mindestens zehn Jahren eingebrockt. Beim Betreiber des chinesischen Whatsapp-Rivalen Wechat fiel der auf die Aktionäre entfallende Gewinn im zweiten Quartal um 2 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro, wie das Unternehmen in Hongkong mitteilte. Das erwischte Investoren auf dem falschen Fuss, die Aktie rauschte im Frankfurter Handel um mehr als 10 Prozent ab. Die Hauptnotierung in Hongkong hatte bereits 3,6 Prozent verloren, allerdings bevor die enttäuschenden Zahlen bekannt wurden.

Seit Jahresanfang hat das Papier des Facebook- und Alibaba-Konkurrenten in Hongkong bereits mehr als 17 Prozent an Wert verloren, seit dem Jahreshoch im Januar hat der Konzern umgerechnet rund 150 Mrd. Euro an Börsenwert eingebüsst. Der Internet-Riese Tencent hat mit seinem Messenger Wechat mehr als eine Milliarde Nutzer. Auf der Plattform verkauft der Konzern unter anderem Minispiele sowie Spielgegenstände und verdient Geld mit Werbung sowie Zahlungen über das Handy. Sowohl bei Umsatz und Gewinn hatten Analysten mit deutlich mehr gerechnet.

Im zweiten Quartal kletterte zwar der Umsatz im Jahresvergleich um 30 Prozent. Doch in China stockt derzeit die Freigabe neuer Spiele durch die Behörden, und Tencent kann die Nutzer nicht wie gewohnt mit Nachschub versorgen, im Vergleich mit dem Vorquartal gingen die Erlöse mit Mobilspielen um ein Fünftel zurück. Wann die Zulassung von Spielen wieder wie gewohnt läuft, konnte der Konzern nicht sagen. Tencent verwies zudem auf geringere Erträge bei Investments.



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