I/O-Entwicklerkonferenz: Google setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz

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I/O-Entwicklerkonferenz: Google setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz

Der US-amerikanische Internetgigant Google will verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen, um seiner Anwenderschar künftig den Lebensalltag zu erleichtern. Beispielsweise soll der virtuelle Assistent der Alphabet-Tochter täuschend echt klingende Anrufe etwa für Reservierungen in einem Restaurant übernehmen können, wie es Google-Chef Sundar Pichai auf der jährlichen Entwicklerkonferenz Google I/O ankündigte.

Nach Ansicht von Pichai fühlen sich viele Smartphone-Anwender wie angekettet an ihre Telefone und sorgten sich darum, was sie verpassen könnten, wenn sie nicht verbunden seien. "Wir wollen Menschen helfen, die richtige Balance zu finden und ein Gefühl für ihr digitales Wohlbefinden zu gewinnen," so der CEO.

Nach Ansicht Googles könnten mit einem simplen Telefonanruf viele täglichen Dinge erledigt werden. Diese Anrufe soll der Google Assistant - Googles Pendant zu Apples Assistentin Siri und Amazons Alexa - in Zukunft mit einer menschlich klingenden Stimme bewerkstelligen, wenn Nutzer ihn dazu auffordern. Pichai selber spielte bei der Konferenz eine Aufnahme ab, die einen Anruf des Assistenzsystems bei einem Friseur und in einem Restaurant wiedergab - inklusive „Ähms“ und weiterer spontansprachlicher Füllwörter. Die Angerufenen waren sich dabei offenbar nicht bewusst, eine künstliche Intelligenz am Hörer zu haben. Technologie könne positive Kräfte entfalten und die Lebensqualität von Milliarden Menschen verbessern, postulierte Pichai im Shoreline Amphitheatre im kalifornischen Mountain View, wo die I/O-Tagung noch bis 10. Mai läuft. Gleichwohl dürfe das Unternehmen auf seine Schöpfungen nicht nur mit „weit aufgerissenen Augen“ blicken, sondern müsse Verantwortung übernehmen.

In Mountain View stellte Google zudem für sein Nachrichtenportal Google News Neuerungen vor, die ebenfalls auf künstlicher Intelligenz basieren. Die Algorithmen sollen künftig dabei helfen, vertrauenswürdige Quellen für Inhalte aufzuspüren und verschiedene Blickwinkel auf Nachrichtenereignisse zu präsentieren, um dadurch ein ausgewogenes Bild zu schaffen.

Zu den weiteren Neuerungen Googles zählt, dass Smartphone-User, die Videos über Youtube konsumieren,künftig via Pop-up-Nachrichten zu Pausen animiert werden und Nutzer des Smartphone-Betriebssystems Android einen neuen "Bitte nicht stören“-Modus erhalten werden, der aktiv wird, sobald das Handy mit dem Bildschirm nach unten abgelegt wird.