Chiphersteller AMS bietet nun doch für Osram

AMS-Hauptsitz im steirischen Unterpremstätten (Bild: Wikipedia/CC)
AMS-Hauptsitz im steirischen Unterpremstätten (Bild: Wikipedia/CC)

Der österreichische Chiphersteller AMS mit Zentrale im steirischen Unterpremstätten zieht nun doch einen Kauf des deutschen Unternehmens Osram Licht in Betracht. Die Steirer hatten bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Übernahme geliebäugelt. Geplant ist die Schaffung eines weltweiten Anbieters von Sensorlösungen und Photonik.

ASM bietet je Osram-Aktie einen Preis von 38,50 Euro. Dieses Angebot liege um 33 Prozent über dem von Kaufavancen unbeeinflussten Kurs und 10 Prozent über dem Angebot, welches zuletzt Bain Capital und The Carlyle Group für Osram vorgelegt haben, heisst es. Wobei man die Finanzierung der Übernahme bereits abgesichert habe: Die Grossbanken HSBC und UBS sollen demnach eine Brückenfinanzierung in der Höhe von 4,2 Milliarden Euro gewähren. Ausserdem will AMS über eine Kapitalerhöhung frische Mittel im Umfang von 1,5 Milliarden Franken aufnehmen.

AMS erhofft sich einige Vorteile aus dem Zusammenschluss. Dadurch könnten die optischen Sensor- und Beleuchtungslösungen mit Blick auf die Performance, die Baugrösse, Energieeffizienz und Kosten verbessert werden. Auch werde so das Geschäftsmodell diversifiziert und damit eine ausgewogenere und weniger schwankungsanfällige Zusammensetzung von Erträgen und Cashflows erreicht. Auch rechnet AMS im neuen Verbund mit Synergie- und Sparpotenzial. In Zahlen ausgedrückt dürfte dieses Potenzial jährlich über 300 Millionen Euro liegen.

Falls Osram das im Juni vereinbarte Stillhalteabkommen bis am 15. August aufhebe, sei AMS bereit, noch bis am 5. September den Osram-Aktionären das Übernahmeangebot zu unterbreiten, heisst es. Man strebe für das Zustandekommen des Angebots die Kontrolle über mindestens 70 Prozent der Aktien an. Geht alles reibungslos vonstatten, soll der Zusammenschluss noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres unter Dach und Fach gebracht werden.