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Mehrere grosse Autohersteller arbeiten derzeit an Gesichtserkennungssystemen, die in der Lage sind, zu erkennen, ob eine Person fahrtüchtig ist oder nicht. Mittels einer Kamera wird dazu das Gesicht des Fahrzeuglenkers beobachtet. Ein Computer mit entsprechender Software wertet Augenbewegung, Muskelzuckungen und Gesichtsausdruck aus.

So kann das System Anzeichen von Müdigkeit, Abgelenktheit oder sogar starken Emotionen erkennen, welche die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können, wie Wired berichtet. In Zukunft sollen die Autos ihren Fahrern sogar buchstäblich die Wünsche von den Lippen ablesen können.

Das grösste Problem mit Systemen, die einen Lenker auf seine Fahrtüchtigkeit hin überprüfen, ist die fehlende Möglichkeit zur Reaktion. "Was soll das System tun? Müdigkeit ist ein grosses Problem, aber solange Autos das Steuer nicht selbständig übernehmen können, sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Fahrer wollen nicht bevormundet werden. Ein System, das bei Fahruntüchtigkeit eine Pause erzwingt, würde nicht akzeptiert. Eine blosse Warnung durch Vibration oder ein Alarmsignal ist zu wenig, denn dass sie müde sind, wissen die Lenker meist selbst", erklären Experten von den Touring-Clubs.

Eine Lösung für dieses Problem ist derzeit nicht in Sicht. "Geforscht wird daran schon seit 15 bis 20 Jahren. Die Autohersteller sind auch schon weiter, als es die Serienmodelle vermuten lassen. Ein System, das dem Fahrer die Kontrolle über das Auto abnimmt, wäre eine Lösung, hat aber Tücken. Die Hersteller haben Angst vor der Haftung bei Unfällen, die potenziell riesige Summen kosten könnte", so die Experten. Aber auch technisch gibt es noch Hürden. Schon die Positionierung der Kamera gestaltet sich als schwierig. Um den Fahrer nicht zu stören, bietet sich ein Platz hinter dem Lenkrad an. Das stellt aber grosse Anforderungen an das System, da die Sicht auf das Gesicht immer wieder von Armen oder Lenkrad verdeckt wird.

Auch wechselnde Lichtverhältnisse, Sonnenbrillen und verschiedene Kopfhaltungen sind nicht trivial. Trotzdem werden entsprechende Systeme derzeit bereits getestet. PSA Peugeot Citroen beispielsweise baut in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne gerade einen ersten Prototypen. Auch BMW, Toshiba und andere grosse Hersteller arbeiten an ähnlichen Projekten. Neben der Beurteilung der Fahrtüchtigkeit stehen dabei auch neue Formen der Bedienung von Systemen im Auto im Zentrum. Das Wechseln des Radiosenders per Blinzeln etwa, oder die Anfangs erwähnte Befehlsannahme durch Lippenlesen.



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