Apple macht Kotau vor staatlicher Internet-Zensur in China

Macht Bücklinge vor chinesischer Internet-Zensur: Apple (Bildquelle: Wikipedia/CCO)
Macht Bücklinge vor chinesischer Internet-Zensur: Apple (Bildquelle: Wikipedia/CCO)

Apple betont immer wieder, wie sehr man sich von anderen Anbietern unterscheidet. Das Eintreten für die Rechte der eigenen Nutzer ist dabei zunehmend auch zu einem Marketing-Argument geworden. Doch auch bei Apple gibt es Punkte, die zu diesem Bild nicht so sehr passen – und über die man entsprechend weniger gern spricht. Einer davon ist das Verhältnis zu China. Eine neue Webseite will nun offenlegen, in welchem Ausmass sich Apple in China der staatlichen Zensur unterwirft.

Unter applecensorship.com gibt es eine Suchmaschine, die einen Vergleich zwischen dem chinesischen und dem US-amerikanischen App Store erlaubt. Damit wird offenbar, wenn eine App in dem asiatischen Land blockiert wurde. Hinter dem Projekt stehen die Aktivisten von Greatfire.org, die damit Öffentlichkeit für die umstrittene Apple-Zusammenarbeit schaffen wollen, wie sie gegenüber The Intercept betonen.

Schon in der Vergangenheit stiess die Apple-Kooperation mit den chinesischen Zensurbehörden immer wieder auf Kritik. So hat Apple auf staatliche Anforderung hin praktisch alle VPN-Dienste aus dem App Store verbannt. Auch zahlreich Nachrichten-Apps sind in China nicht aufzufinden. Auf Kritik an der eigenen Praxis angesprochen, beharrt Apple darauf, dass es besser sei sich an einer nicht-optimalen Situation zu beteiligen, als sich das Ganze nur von aussen anzusehen. Kritiker sehen darin hingegen eine indirekte Unterstützung eines repressiven Regimes.