Wisekey-Hauptsitz in Genf (Bildquelle: Wisekey)

Das Schweizer Cybersicherheits-Unternehmen Wisekey, dessen Tochtergesellschaft SealsQ und der Kanton Jura haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding - MoU) unterzeichnet. Gemeinsam planen die Partner den Aufbau eines hochmodernen Schweizer Zentrums für Post-Quanten-Halbleiter und Cybersicherheit – das sogenannte "Jura Center".

Das ehrgeizige Public-Private-Partnership-Projekt sieht über die kommenden sechs Jahre ein geplantes Investitionsvolumen von 40 bis 60 Millionen Schweizer Franken vor. Ziel der Initiative sei es, eine strategische, souveräne Schweizer Kompetenz für das Design, die Personalisierung, das Testen und die Bereitstellung von Halbleitertechnologien der nächsten Generation aufzubauen, heisst es in einer Aussendung dazu. Diese sollen gezielt vor den künftigen Bedrohungen durch Quantencomputer schützen.

Das geplante Zentrum verspricht einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für die Region. Über einen Zeitraum von acht Jahren sollen mehr als 250 direkte Arbeitsplätze im Kanton Jura entstehen, wobei mindestens 60 Prozent der Stellen mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Region besetzt werden sollen.

Das Projekt verbindet die technologische Expertise im Bereich der Quantenverschlüsselung von SealsQ und Wisekey mit der traditionsreichen Präzisionsfertigung, Mikrotechnologie und industriellen Qualitätssicherung des Kantons Jura. Fähigkeiten aus der Uhren- und Mikrotechnikindustrie sollen so direkt in die Hightech-Halbleiterpersonalisierung einfliessen.

Im Mittelpunkt der technologischen Entwicklung steht der Sicherheits-Halbleiter QS7001 Quantum Shield von SealsQ. Dieser Chip implementiert quantenresistente kryptografische Algorithmen (wie ML-KEM und ML-DSA), die vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) standardisiert wurden.

Finanziert werden soll das "Jura Center“ primär durch Wisekey, SealsQ sowie private Investoren und Industriepartner. Der Kanton Jura fungiere als strategischer Katalysator. Zudem sei eine enge Zusammenarbeit mit der Hochschule HE-Arc Ingénierie für angewandte Forschung und Ausbildung geplant. Das Schweizer Projekt orientiert sich am Vorbild des Quantix-Zentrums im spanischen Murcia, welches von den Partnern bereits erfolgreich etabliert wurde.

Als nächste Schritte formieren die Partner nun eine gemeinsame Arbeitsgruppe, um den detaillierten Geschäftsplan auszuarbeiten und den genauen Standort im Kanton Jura festzulegen.