Künstliche Intelligenz (KI) spielt im HR-Bereich (Human Ressource) eine zunehmend zentrale Rolle. KI kann hier beispielsweise Routineaufgaben automatisieren, vorausschauende Analysen für das Talentmanagement bereitstellen oder personalisierte Mitarbeitererfahrungen bieten. Wenn es darum geht, mit cloudbasierter Personalsoftware die Entwicklung von Mitarbeitern mit Unterstützung von Machine Learning und GenAI (generative Künstliche Intelligenz) voranzutreiben, so gibt hier wohl wie kein anderer Software-Hersteller der US-Konzern Workday die Marschrichtung vor.
Kurz vor Weihnachten ging in der Grachtenstadt Amsterdam, die gerade ihr 750-Jahr-Jubiläum feierte, die Anwender- und Partnerkonferenz "Workday Rising Emea" über die Bühne. Es war die bislang grösste Emea-Veranstaltung (Europa, Naher Osten, Afrika) von Workday und zog rund 5.000 Teilnehmer aus über 58 Ländern an, was einem Besucheranstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Jahr davor entspricht. Allein in Europa verfüge man mittlerweile über rund 2‘200 Unternehmenskunden. Und das Motto der Konferenz, "Forever Forward", sollte die Vision von Workday zusammenfassen, sich von einer Welt, in der Menschen mit Technologie arbeiten, zu einer Welt zu entwickeln, in der Technologie mit Menschen gleichsam eine Arbeitsgemeinschaft eingeht.
Denn aus dem Blickwinkel von Workday geht Personalmanagement heute weit über das klassische Verwalten von Mitarbeiterdaten hinaus. In den Cloud-basierten Lösungen von Workday spielen daher längst auch strategische Aspekte wie Talentförderung und langfristige Mitarbeiterentwicklung eine zentrale Rolle. Bis ins Kleinste werden von der Workday-Plattform Informationen erfasst, ausgewertet und beurteilt. Doch nicht, um die Mitarbeitenden auszuhorchen, zu überwachen oder zu bespitzeln, sondern vielmehr sollen mit KI-basierten Analysen den Talenten neue Perspektiven im Unternehmen aufgezeigt und solcherart Karrieren gefördert werden. Auch sollen den HR-Verantwortlichen strategische Mittel zur Seite gestellt werden, um den künftigen Personalbestand besser planen zu können. Und zwar auch von Innen her. So könne etwa der Recruiter Agent von Workday interne Skills ermitteln, um freie Positionen zu besetzen.
KI-Funktionen der nächsten Generation
Workday, das seinen Hauptsitz im kalifornischen Pleasanton unterhält, setzt bereits seit mehr als zehn Jahren Big Data und Machine Learning für das strategische HR ein, und seit 2020 auch LLM-Technologien. Im Rahmen seiner Keynote betonte denn auch Claus Eschenbach, Co-CEO und Mitglied des Board of Directors des Unternehmens, dem er seit 2018 angehört: "Wir müssen darüber nachdenken, wie die Arbeit als nächstes aussehen wird." Wobei Eschenbach die Rolle von Workday als Katalysator für Veränderungen herausstrich.
Innovation stand folglich im Mittelpunkt der Workday Rising Emea. Vor allem die ausführliche Vorstellung der neuesten KI-Technologie "Illuminate" von Workday, die bereits im September 2024 in Las Vegas angekündigt wurde, hatte es den Rising-Besuchern angetan. Wobei die Illuminate-Modelle auf den jährlich mehr als 800 Milliarden Geschäftstransaktionen aufbauen, die auf der Workday-Plattform verarbeitet werden. Illuminate ist in der Lage, kontextuelle Verbindungen zwischen Prozessen, beteiligte Personen und Rollen, sowie aktuellen und vergangenen Aufgaben herzustellen. Diese Kombination aus Daten und Kontext ermögliche präzise Entscheidungen, antizipiere Mitarbeiterbedürfnisse und liefere personalisierte Erlebnisse, so Workday.
Mittlerweile hat Workday die KI-gestützten Illuminate-Funktionen auch in "Peakon Employee Voice" integriert, also in die Software des 2021 übernommenen dänischen Startups Peakon.
Die KI-Features von Workday Peakon Employee Voice analysieren Feedbackdaten von Mitarbeitenden, leiten Empfehlungen weiter und schaffen damit für Führungskräfte die Grundlage für Entscheidungen, mit denen sich Toptalente halten und motivierte, loyale Teams aufbauen lassen sollen.
Konkret rüstet Workday "Peakon Employee Voice" eigenen Angaben zufolge mit folgenden Neuerungen auf:
- Generative AI-Powered Content Summaries: Die KI-gestützten Content-Zusammenfassungen analysieren Feedback-Daten in mehr als 60 Sprachen und identifizieren dabei Themen und aufkommende Schwierigkeiten. Durch faktenbasierte Entscheidungsprozesse sollen Unternehmen grössere Mitarbeiterprobleme wie Überlastung oder Burnout bereits im Vorfeld erkennen und so die Motivation und Produktivität fördern können.
- On-Demand Comment Summaries: Die On-Demand-Funktion soll die gezielte Analyse von Mitarbeiterfeedback nach Abteilung, Standort oder Engagement-Bewertung ermöglichen. Damit soll sich z. B. schnell feststellen lassen, wie die Stimmungslage bei Mitarbeitenden im Marketing oder in einer Auslandsniederlassung ist. Unternehmen könnten dann umgehend konkrete VerbesserungsmaSSnahmen ergreifen und das Engagement ihrer Teams gezielt unterstützen.
- Rules-Based Questions in Moments That Matter: Mit dieser Funktion sollen sich massgeschneiderte Umfragen zu wichtigen Phasen des Employee Lifecycle erstellen lassen,so etwa zum Onboarding oder zum Austritt aus dem Unternehmen. Anhand der dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten Führungskräfte eine umfassende Mitarbeitererfahrung bereitstellen, so Workday.
"Im aktuellen Geschäftsumfeld ist es wichtiger denn je, Toptalente zu gewinnen, zu binden und zu motivieren", sagt Anne-Sofie Nielsen, Vice President, Product & Engineering, Workday. "Durch die neuen Illuminate-Funktionen von Workday Peakon Employee Voice erhalten Unternehmen – und hier insbesondere Personalverantwortliche – die notwendigen Erkenntnisse und Instrumente, um auSSergewöhnliche Mitarbeitererfahrungen, funktionierende Teams und mehr Unternehmenserfolg zu fördern."
Die neuen Illuminate-Funktionen von Workday Peakon Employee Voice basieren den Angaben zufolge auf mehr als 1 Milliarde aggregierter Feedbackdaten, ergänzt durch 200 Millionen schriftlicher Rückmeldungen von Mitarbeitenden aus 160 Ländern. Das Resultat sei einer der grössten und aussagekräftigsten Datensätze zum Mitarbeiter-Sentiment weltweit, der Workday tiefgehende Einblicke in die globalen Trends der Arbeitswelt ermögliche.
"In einem so schwierigen Geschäftsumfeld, wie wir es derzeit erleben, ist es extrem wichtig, nah bei den Mitarbeitenden zu sein. Workday Peakon Employee Voice gibt uns sofortiges Feedback zu Gebieten, auf denen wir uns verbessern können", kommentiert Anton Ketelaars, Global HR Leader, Processes & Solutions, BDR Thermea Group.
Workday nutze Workday Peakon Employee Voice auch selbst, um Einblicke von seinen mehr als 20.000 Mitarbeitenden zu erhalten. Anhand dieses Feedbacks habe das Unternehmen seine Personalstrategie verfeinert und z. B. einen Work From Almost Anywhere Benefit eingeführt.
Die Kraft der Community
Ein wiederkehrendes Thema während der gesamten Rising-Veranstaltung war auch die Stärke der Workday-Community, die in den Synergien von Workday, Kunden und Partnern zum Ausdruck kommen soll. Die kollektive Stärke stelle die Ausrichtung auf eine Plattform, die Vision und eine Mission sicher, ganz im Sinne für ein "für immer vorwärts", hiess es in Amsterdam.
Mit neuen Niederlassungen, erweiterten Partnerschaften und neuen Talententwicklungsprogrammen will Workday desweiteren seine Position als Schlüsselpartner für die HR- und Finanzabteilungen von Unternehmen in Emea weiter ausbauen. Beispielsweise wurde im Rahmen der Rising-Konferenz auch der Ausbau Partnerschaft mit Korn Ferry verkündet, einer der internationalen Personal- und Organisationsberatungsgesellschaft für die Talent- und Leadership-Entwicklung. Ziel der Zusammenarbeit sei ein einheitlicher Talentansatz, mit dem Unternehmen ihre Abläufe in den Bereichen Rekrutierung, Leistungsmanagement und Karriereentwicklung nahtlos harmonisieren und sicherstellen können, dass ihre Talentstrategien und -aktivitäten maximalen Nutzen entfalten. "Bei dieser Partnerschaft geht es um mehr als nur um Technologie. Es geht darum, Unternehmen beim Aufbau einer zukunftsfähigen Belegschaft zu unterstützen, die sich an konstante Veränderungen anpassen und dabei florieren kann", sagte Mathias Herzog, President, Korn Ferry Digital.
Die Produkt-Chefin von Korn Ferry, Stacie Overbaugh, liess wissen, dass Korn Ferry für Recruitment-Kunden Erfolgsprofile für die globalen Anforderungen bestimmter Stellen definiere. Wobei nicht nur die technischen Fähigkeiten, sondern auch Soft Skills wie Mindsets, Verhalten und Motivatoren berücksichtigt würden. Diese Erfolgsprofile speise man dann in Workday ein. Das Ergebnis sei, dass Unternehmen präzisere, genau auf die gesuchten Talente abgestimmte Stellenausschreibungen erstellen könnten. Die Integration in Workday erhöhe ausserdm die Benutzerfreundlichkeit erheblich. Und Mitarbeitende müssten nicht mehr mit zwei verschiedenen Systemen arbeiten, während Kunden die Korn-Ferry-Lösungen direkt über Workday nutzen könnten. Dies erhöhe nicht nur die Reichweite, sondern gewährleiste auch eine nahtlose Talentmanagementlösung.
Naturenergie setzt auf Workday
An der Rising Emea partizipierten auch zahlreiche Schweizer Unternehmen, darunter etwa die Naturenergie Holding mit Zentrale in Laufenburg. Die Unternehmens-Gruppe erzeugt und vertreibt erneuerbare Energie aus Wasser- und Sonnenkraft. Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio umfasst die Bereiche Photovoltaik, Wärme, Bauen und Wohnen sowie Elektromobilität. Wobei eigene Netzbetriebe die Stromversorgung sichern.Die Holding beschäftigt mehr als 1'300 Mitarbeitende, davon etwa 50 Lehrlinge, und erwirtschaftet eine Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Vito Sarda, Teamleiter HR Digitalisierung & Analyse und bereits seit sechs Jahren mit Workday vertraut, ist seit 1,5 Jahren für die Naturenergie tätig, die wiederum umfangreiche Module der Workday-Software seit zwei Jahren im Einsatz haben. Naturenergie ist ein gestandenes SAP-Anwenderunternehmen, das aktuell an der Migration auf die Cloud-Lösung SAP S4/Hana arbeitet. Gemäss Sarda verfügt die ERP-Lösung von SAP mit HCM zwar auch über ein "Human Capital Management" System, aber dies sei eben Teil des grossen ERP-Systems, während sich Workday komplett auf die Bedürfnisse von Personalabteilungen und ihrer Prozesse fokussiere. Dieses direkte Eingehen auf die Anwenderfirmen sei ein grosses Plus von Workday, betont Sarda. Stellenausschreibungen würden bei Naturenergie zwar noch nicht mit Hilfe von künstlicher Intelligenz gemacht, sondern noch klassisch über die eigene Homepage und Businessplattformen wie Linkedin. Aber man habe schon viele Module von Workday im Einsatz, etwa für das Onboarding, Personalplanung, Stammdatenhaltung, Talent, Performance sowie Advanced Compensation, und die Zusammenarbeit mit dem US-Anbieter soll sukzessive weiter ausgebaut worden. Denn modernes Recruitment sei ein Strategiethema, für das Workday hervorragende Lösungen parat habe, so Sarda. Der Naturenergie-Manager erwartet sich auch einiges von "Illuminate", der neuesten Generation von Workdays KI-Technologie. Denn diese verstehe auch kontextspezifische Verbindungen zwischen Prozessen, Personen und Rollen und liefere den HR-Abteilungen umfassende Analytics-Möglichkeiten. Er schätze zudem die Community, wie sie etwa in der Workday Regional User Group gelebt werde und die immer mit wertvollen Impulsen aufwarte.



