Die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) hat offiziell eine Untersuchung zur Kooperation zwischen Fastweb und Telecom Italia (TIM) eingeleitet. Gegenstand der Prüfung ist eine Vereinbarung über den gemeinsamen Aufbau einer 5G-Mobilfunkinfrastruktur sowie die gegenseitige Nutzung der Netze (RAN Sharing).
Hintergrund dazu ist, dass die beiden Unternehmen den 5G-Ausbau vor allem in weniger dicht besiedelten Gebieten (Städte unter 35.000 Einwohnern) beschleunigen und Kosten durch die Vermeidung von Infrastruktur-Doppelspurigkeiten senken wollen. Die AGCM will nun prüfen, ob die Allianz den Wettbewerb beeinträchtigt, da die beiden Partner zusammen über 60 Prozent des verfügbaren Frequenzspektrums kontrollieren. Es besteht die Sorge vor sinkendem Innovationsdruck und Koordinierungsrisiken bei zukünftigen Frequenzauktionen. Die Behörde plant Medienberichten zufolge, die Untersuchung bis spätestens 30. April 2027 zum Abschluss zu bringen.
Diese Prüfung erfolgt vor dem Hintergrund der laufenden Konsolidierung im italienischen Markt, einschliesslich der geplanten Übernahme von Vodafone Italien durch die Swisscom-Tochter Fastweb. Bereits in der Vergangenheit standen gemeinsame Projekte wie Fibercop (Glasfaser) unter der Aufsicht der AGCM, wurden jedoch nach der Zusage bestimmter Verpflichtungen durch die Unternehmen abgesegnet.
