Western Digital erneuert sich zum Systemanbieter für Unternehmen

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An seinem neuen Hauptquartier in San Jose (Silicon Valley) erläuterte Western Digital (WD) kürzlich vor Journalisten sein neues “Symbiotics Design” für seine Rechenzentrum-Produktlinien. Speziell für schnellen Datenzugriff und Big-Data-Applikationen erweitert Western Digital die drei Produktlinien Activescale, Intelliflash und Ultrastar. Wie Phil Bullinger, verantwortlich für das Data Center Systemgeschäft (früher bei Dell EMC), betonte, will der Konzern diesem Bereich ein neues Branding-Gesicht verpassen und sich so gegen die Konkurrenz behaupten. Die verschiedenen Systeme der Datenspeicherung sollen zudem stärker aufeinander abgestimmt werden.

Bullinger erläuterte: “Wir wollen die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Anwendungen auf der Basis flexibler Systeme zu bauen. Wichtig sind dabei leichte Implementierung und skalierbare Storage-Plattformen für Festplatten- und Flash-Umgebungen. Dabei tragen wir auch zur Senkung der Betriebskosten in den Rechenzentren bei.” Rechenzentren seien heute durch Faktoren wie Kapazität, Geschwindigkeit und unterschiedliche Datenformate an allen Punkten der Infrastruktur vom Rand (Edge) bis zur Mitte gekennzeichnet. Von neuen Anwendungen wie Internet of Things (IoT), Machine Learning, Artificial Intelligence und Analytics gehen neue Anforderungen aus, die sich auch auf die Kosten auswirken. Bullinger ging dabei nicht auf die wachsende Konkurrenz für die klassischen Rechenzentren ein, die von den immer beliebter werdenden Cloud-Instanzen wie Amazon AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud ausgeübt wird.

Activescale 5.3 Object Storage System Die ActiveScale-Systeme, die durch den Kauf von Amplidata zu Western Digital kamen, gibt es jetzt in der neuen Generation der P100- und X100-Geräte. Sie stellen die neueste Version des Object-Speichers von WD da, die für das Wachstum unstrukturierter Daten bis in den Petabyte-Bereich vorbereitet sind. Das Betriebssystem Activescala 5.3 unterstützt nun eine Datenlebensdauer von fast 100 Prozent (WD spricht von “19 Neunen”): Dies ermögliche eine “Data-Forever-Architektur”, mit der Kunden Daten wirtschaftlich über mehrere Generationen von Speichersystemen hinweg vorhalten können. Die Systeme sind nun für den parallelen Zugriff auf Object- und File-Storage vorbereitet. Es gibt ferner eine Hybrid Cloud Replication von einer On-Premise- auf eine Amazon-AWS-Architektur. Und WD führt für ausgewählte Kunden eine Container-Unterstützung in der Docker-Variante ein. Die Activescale-Produktserie startet mit 864 Terabyte und kann bis zu 63 Petabyte skalieren.

Intelliflash NVMe Flash Arrays Mit der Übernahme des Startups Tegile im Herbst 2017 hatte sich WD wie schon einige andere grosse Storage-Konkurrenten eine Flash-Technologie eingekauft. So hatte Hewlett Packard Enterprise (HPE) im März 2017 Nimble Storage übernommen, und vorher waren bereits Texas Memory Systems an IBM, XtremIO an EMC und Solidfire an Netapp gegangen. Schon 2015 hatte WD Sandisk gekauft und damit auch einen Investoranteil an Tegile. WD und Tegile waren bereits durch OEM-Partnerschaften miteinander verbunden. Bullinger erklärte vor einem Jahr, dass die Strategie von WD darauf abzielt, “ein relevantes und konkurrenzfähiges Systemgeschäft für Unternehmen aufzubauen”. Die Tegile-Produkte seien eine Ergänzung zum bestehenden Object-Storage-Angebot, mit der WD nun auch über schnellen Flash-Speicher verfüge. Die Intelliflash Storage Arrays werden später in diesem Jahr durch vier neue Systeme ergänzt. Auf Basis des Betriebssystems Intelliflash 3.9 reicht das Portfolio dann von 19 Terabyte bis 1,3 Petabyte bei Solid-State Storage.

Ultrastar Serv60+8 Hybrid Storage Server Platform Das neue Gerät Serv60+8 ergänzt die bestehenden Produktserien Ultrastar Data und Ultrastar Serv und ist ebenfalls für Software-defined Storage (SDS) geeignet. Das Gerät ist extra für kostengünstige SDS-Umgebungen für Archivierung, Backup, Medien-Streaming, Content Repositories, Remote Offices und für private Clouds entwickelt worden. Es gibt 60 Einschübe für SSDs, Festplatten oder gemischte Konfigurationen und 8 Einschübe für erhöhte Geschwindigkeiten bei SSDs, wobei Formate für SAS, SATA oder NVMe akzeptiert werden. Die Ultrastar Serv60+8 starten mit 144 Terabyte, wobei sich WD über maximal mögliche Kapazitäten derzeit noch ausschweigt.

Der Analyst Eric Burgener von IDC lobt die neue Initiative von WD: “Mit diesen Ankündigungen bietet WD modernisierte Infrastrukturkomponenten für Storage an, die neue Technologien wie NVMe, hybride Cloud-Replikation und Software-defined Storage integrieren. Sie sind gleichermassen geeignet für block-, file- und object-basierte Aufgaben in primären und sekundären Storage-Umgebungen.”