Was spricht (nicht) für Solid-State Arrays?

Blick in die Glaskugel: Welche Eigenschaften muss ein Flash Array haben? (Bild: Netapp)
Blick in die Glaskugel: Welche Eigenschaften muss ein Flash Array haben? (Bild: Netapp)

Mit Flash- oder Solid-State-Disks sind heute immer mehr Server- und Storage-Systeme ausgerüstet. Und wer es sich leisten kann, legt sich auch für den persönlichen Gebrauch ein Notebook mit den schnellen Flash-Speichern zu.

Die Argumente liegen klar auf der Hand: Flash-Speicher sind schneller als klassische sich drehende Festplattensysteme, halten länger und ihre Preise sinken kontinuierlich. Immer mehr Unternehmen rüsten deshalb ihre Server- und Storage-Systeme zunehmend mit diesen Elementen aus.

Vor allem für das Speichern von Applikationenm und strukturierten und unstruktierten Daten ist Flash angesagt – Primary Storage Arrays, also jene Speichersysteme, die für aktuell und permanent gebrauchte Dateien und Daten zuständig sind, sind heute in der Regel damit ausgerüstet. Fast ist es schon überflüssig geworden, dass Hersteller oder Retailer Flash oder SSD extra bewerben.

Dennoch kommt es für die Anwender darauf an, die für sie passende Auswahl zwischen den verschiedenen Anwendern zu treffen.

Gartner Research hat 2017 und 2018 zwei Studien zum Thema “Magic Quadrant for Solid-State Arrays” veröffentlicht. Im Juli 2017 schrieben die Gartner-Analysten: “In den nächsten zwölf Monaten wird sich die Performance um den Faktor 10 verbessern und bei Dichte und Kostenersparnis verdoppeln. Dies wird die Entwicklung des Speichermarkts deutlich verändern.” Und ein Jahr später im Juli 2018 lautet ihr Urteil: “Dieser Markt hat angesichts umfassender Features, besonderer Garantien, sehr guter Produktqualität und Service-Angeboten klassischer Array-Hersteller und neuer Flash-Produzenten an Reife gewonnen. Doch dieser Markt bleibt hart umkämpft.” Für die Unternehmen und potentielle Kunden bedeutet das, dass sie sich sehr genau umschauen müssen, bevor sie sich für einen bestimmten Hersteller entscheiden. Wie so oft im Laufe der technologischen Entwicklung verbessern sich die IT-Angebote bei Hard- und Software zwar deutlich, das macht es aber nicht unbedingt einfacher für die Technikspezialisten und die Finanzentscheider.

Im Folgenden deshalb ein paar Hinweise auf die Argumente der Analysten von Gartner bei der Auswahl von einzelnen Technologien und Herstellern (siehe auch die beiden “Magic Quadrants” von 2017 und 2018).

Auswahlkriterien:
- Zu 100 Prozent reine Flash-Systeme, ohne klassische Festplatten hinzugefūgt
- Produkteigenschaften, die den Anforderungen eines Unternehmens entsprechen
- Verkauf als Stand-Alone-Produkt, ohne ein Bundle mit anderen Speichersystemen des Herstellers
- Professional Support einschliesslich 24/7- und telefonischer Verbindung
- Zuverlässigkeit der Sales-Abteilung des Herstellers und der Abwicklung der Vertragsbedingungen
- Ausreichende Marktpräsenz und langfristige Investitionssicherheit. Überblick über die finanzielle Stärke des Herstellers
- Marktverständnis und Kenntnis der Kundenerfahrungen
- Marketing-Strategie des Herstellers
- Partnerschaften des Herstellers
- Gute positive Bewertungen durch unabhängige Marktbeobachter und Analysten. Keine “gekaufte” Bewertungen
- Mindestens fünf Kundenreferenzen, die für Kontakte zur Verfügung stehen

Anwender und neue Interessenten sollten sich überdies genau überlegen, ob sie wirklich schon auf allen Tiering-Ebenen Flash einrichten müssen. Nicht alle Anwendungen brauchen sofortigen superschnellen Zugriff. Auch gemischte (und billigere) Systeme aus SSDs und Flash reichen oft völlig aus. Und die immer zahlreicheren Speicherangebote in der Cloud laden geradezu zu einem Leistungs- und Preisvergleich ein. Es muss nicht immer Flash im eigenen Rechenzentrum sein.

Die Marktführer bei All Flash Arrays laut Gartner (Quadrat: Gartner)
Die Marktführer bei All Flash Arrays laut Gartner (Quadrat: Gartner)

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