Nvidia-Hauptverwaltung in Santa Clara (Coolcaesar/CC BY-SA 4.0)

Nvidia-Boss Jensen Huang hat im Rahmen der Computermesse Computex in Taiwan die US-Exportkontrollen für KI-Prozessoren nach China als einen Fehlschlag kritisiert. Wie er vor Publikum betonte, sei der Marktanteil von Nvidia in China von 95 Prozent zu Beginn der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden auf mittlerweile 50 Prozent gefallen. "Alles in allem war die Exportkontrolle ein Fehlschlag", so der Chef der weltweiten Nummer eins unter den KI-Chip-Herstellern wörtlich, der in seinem Geburtsland Taiwan wie ein Popstar gefeiert wird.

Durch das US-Verkaufsverbot für fortschrittliche KI-Chips an China wurden die dortigen Unternehmen nämlich dazu gezwungen, Halbleiter von chinesischen Entwicklern wie Huawei zu kaufen. Zudem hat dies China dazu veranlasst, aggressiv in den Aufbau einer Lieferkette zu investieren, die nicht von Herstellern ausserhalb des Landes abhängig ist.

Wegen der erneut verschärften US-Exportbeschränkungen für Hochtechnologie nach China hatte Nvidia unlängst vor Abschreibungen im Volumen von 5,5 Milliarden Dollar gewarnt. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit verschiedene spezielle Varianten seiner KI-Chips für die Volksrepublik entwickelt, die nicht unter das jeweils geltende US-Embargo fielen. Nach jeder Verschärfung der US-Bestimmungen mussten die Produkte entsprechend angepasst werden. Im Juni soll einem Medienbericht zufolge eine abgespeckte Version des derzeitigen Vorzeige-Chips "Blackwell" verfügbar sein, die gemäss der aktuellen Vorgaben exportiert werden darf. Mit ihrem Embargo wollen die USA den wirtschaftlichen und technologischen Aufstieg Chinas bremsen.