Agentic-KI gefährdet Softwareausgaben (Symbolbild: Pixabay/Geralt)

Agentic AI wird die Umsatzmodelle für Unternehmenssoftware grundlegend durcheinander rütteln. Nach Einschätzung des Forschungs- und Beratungsunternehmens Gartner sind bis 2030 Ausgaben für Unternehmensanwendungssoftware in Höhe von bis zu 234 Milliarden US-Dollar der sogenannten "Agentic Arbitrage" ausgesetzt. Das entspricht bis 2030 rund 20 Prozent der Ausgaben für Software as a Service (SaaS) im Bereich Unternehmensanwendungen.

Von "Agentic Arbitrage" spricht Gartner, wenn KI-Agenten Aufgaben systemübergreifend ausführen und dadurch die Notwendigkeit sinkt, dass Nutzer mit den Benutzeroberflächen verschiedener klassischer Softwareanwendungen interagieren müssen.

"Agentic AI verändert die ökonomischen Grundlagen der Softwarebranche“, sagt dazu George Brocklehurst, Managing Vice President bei Gartner. "Agentische Systeme liefern Ergebnisse direkt, umgehen dabei traditionelle Anwendungen, die stark auf die Benutzererfahrung (User Experience, UX) ausgerichtet sind, und lassen die eigentliche Software im Hintergrund verschwinden. Damit wird für viele Anbieter von Unternehmenssoftware die bisherige Kopplung von Nutzerwachstum und Umsatzwachstum aufgebrochen."

Dieser Wandel ist nach Ansicht von Gartner bereits in vollem Gange und werde die Art und Weise, wie Software entwickelt, bepreist und genutzt wird, grundlegend verändern. "Er wird ausserdem zu einer Neudefinition der ‚Saaspocalypse‘ führen, der Aufspaltung des traditionellen SaaS-Marktes, wie wir ihn heute kennen“, so Brocklehurst. Dabei handelt es sich jedoch weniger um eine Apokalypse als vielmehr um eine Metamorphose. SaaS wird nicht verschwinden, sondern sich in einer neuen Form weiterentwickeln. Diese Transformation birgt sowohl für etablierte Anbieter als auch für neue Marktteilnehmer Risiken und Chancen.