thumb

Dennis Ritchie, einer der Miterfinder von Unix, ist bereits vergangenes Wochenende (8. Oktober) im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer nicht näher bekannten Krankheit zu Hause in Murray Hill, New Jersey, verstorben. Der Computerwissenschaftler war unter anderem Träger der US-amerikanischen Medal of Technology.

Ritchie studierte an der Universität Harvard Physik und Angewandte Mathematik. 1968 wurde ihm für seine Dissertation „Program Structure and Computational Complexity“ der Doktortitel von der Universität Harvard verliehen. Seit 1967 arbeitete er in den Bell Telephone Laboratories (kurz „Bell Labs“) im Computing Sciences Research Center. Er beschäftigte sich mit Multics, BCPL, Altran und schliesslich mit den Programmiersprachen 'B' und 'C' sowie den Betriebssystemen Unix und Plan 9. Zuletzt war er der Leiter der Forschungsabteilung für System-Software bei Lucent Technologies/Bell Labs. 2007 zog er sich aus dem „aktiven Dienst“ zurück. In seinem Ruhestand arbeitete er gelegentlich als Berater.

Ritchie entwickelte gemeinsam mit Ken Thompson, Malcom Douglas McIlroy und Joseph F. Ossanna im Jahre 1970 Unix, das viele Konzepte von Multics übernahm, sie aber teilweise vereinfachte. Nachdem die erste Unix-Version noch in Assembler geschrieben war, wurden die nachfolgenden Versionen in einer höheren Programmiersprache geschrieben und damit portabler. Diese Programmiersprache musste aber erst noch entwickelt werden. So schuf Ritchie zusammen mit Ken Thompson und Brian W. Kernighan die Sprache C; sein zusammen mit Kernighan geschriebenes Buch, meist mit »K & R« bezeichnet, galt lange Zeit als die beste Referenz für C, und die erste Ausprägung von C wird auch »K & R C« genannt.