Unito-Chefs erbost über Digitalsteuer

Besteuerung: Chefs von Unito schäumen (Bild: Pixabay/Geralt)
Besteuerung: Chefs von Unito schäumen (Bild: Pixabay/Geralt)

Die geplante Digitalsteuer sorgt bei den Chefs der Versandhandelsgruppe Unito, zu der unter anderem die Marken Quelle, Otto und Universal gehören, für kochendes Blut. Zumindest jener Teil, der eine Abgabe auf Online-Werbeumsätze in Höhe von 5 Prozent vorsieht. "Google findet einen Weg, uns das umzuhängen", sagte Unito-Geschäftsführer Achim Güllmann am Mittwoch. Die Regierung verstehe nicht, dass man damit eine weitere Steuer für Händler geschaffen habe, kritisierte Güllmann. Amazon, Facebook, Google & Co hätten Monopolstellungen, um die niemand herumkomme. Sprich: Firmen können nicht auf sie verzichten.

Andere Töne schlugen die Unito-Chefs bei dem ebenfalls geplanten Aus der 22-Euro-Freigrenze an, das sie begrüssen. Die Regierung beschloss die Einführung einer Umsatzsteuerpflicht für alle Paket-Lieferungen aus Drittstaaten ausserhalb der EU, etwa China. Bisher war diese Steuer ab einem Warenwert von 22 Euro fällig, künftig schon ab dem ersten Cent. Allerdings monierten Güllmann und sein Kollege Harald Gutschi, dass dies nicht früher komme, sondern erst ab 2021. Es handle sich um "bewussten Steuerbetrug" der viel früher verhindert gehöre, sagte Unito-Chef Gutschi. 2017 seien 560 Millionen Pakete in der EU falsch deklariert gewesen. Der EU entgingen dadurch Einnahmen von 7 Mrd. Euro.