Sitz von United Internet in Montabaur (Bild: zVg)

Der deutsche Internet-Konzern United Internet mit Sitz in Montabaur konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar den Umsatz überraschend deutlich um 1,9 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro steigern. Der operative Gewinn blieb mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro jedoch hinter dem selbst gesteckten Ziel von 1,35 Milliarden Euro zurück.

Für das laufende neue Jahr erwartet das Management, dass die Erlöse voraussichtlich um 2,4 Prozent auf 6,25 Milliarden Euro steigen werden. Beim Betriebsgewinn rechnet das Unternehmen mit einem überproportionalen Plus von 13 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, da sich das Investitionsvolumen um bis zu 18 Prozent auf 600 bis 650 Millionen Euro verringere.

Der Gewinnanstieg wurde bei United Internet im vergangenen Fiksaljahr unter anderem von den Kosten für den Aufbau eines Mobilfunknetzes der Tochter 1&1 eingebremst. Bei 1&1 kommt zudem die Erholung der Kundenzahlen nur schleppend voran. Das Unternehmen leidet unter den Nachwehen eines mehrtägigen Netzausfalls, der eine Kündigungswelle nach sich gezogen hatte. 1&1 hat zwar für das Gesamtjahr 2025 einen Anstieg der Mobilfunkverträge um 40.000 auf 12,48 Millionen bekannt gegeben, auf diesem Level lag 1&1 jedoch bereits Ende September 2025. Der operative Gewinn sackte bei 1&1 im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 537,5 Millionen Euro. Damit wurde das im vergangenen Sommer gesenkte Ziel von 545 Millionen Euro verfehlt. Hier belasteten laut Mitteilung neben dem Netzaufbau auch die Kosten für die Partnerschaft mit Vodafone. Denn 1&1 leitet in den Regionen, in denen das Unternehmen keine eigenen Sendemasten betreibt, den Daten- und Telefonverkehr seiner Kunden über das Netz des britischen Betreibers. Zuvor hatte 1&1 über viele Jahre eine derartige Roaming-Vereinbarung mit Telefónica Deutschland.

Ein besonders starkes Jahr hat aber erneut die United-Internet-Tochter Ionos hinter sich. Die Cloud- und Webhosting-Anbieterin konnte bei den Erlösen um 5,5 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro zulegen und das Betriebsergebnis kletterte um 18,5 Prozent auf 485,2 Millionen Euro. Das Unternehmen profitiert weiterhin von einem wachsenden Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI). Zudem bietet Ionos ein Programmpaket für den Einsatz dieser Technologie an, das gut ankommt.

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