Unfairer Wettbewerb: Spotify beschwert sich bei EU-Kommission über Apple

Spotify beschwert sich über Apple (Bild: Pixabay)
Spotify beschwert sich über Apple (Bild: Pixabay)

Die Nummer eins unter den Musikstreaming-Anbietern, Spotify, wirft Apple unfairen Wettbewerb vor und hat Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Apple habe in seinem App Store Regeln eingeführt, die die Auswahl für Konsumenten einschränkten, so der Vorwurf des schwedischen Unternehmens mit Zentrale in Stockholm.

In Apples App Store ist es, wie übrigens auch auf anderen Download-Plattformen wie etwa Googles Play Store für Android-Geräte, üblich, dass App-Anbieter 70 Prozent der Erlöse erhalten, während 30 Prozent beim Betreiber bleiben. Das gilt auch für Käufe innerhalb von Apps. Bei Abo-Erlösen senkt Apple die Abgabe vom zweiten Jahr an auf 15 Prozent.

Musikstreaming-Anbieter zeigten sich schon lange unzufrieden damit, dass sie einen Teil der Abo-Erlöse an Apple abgeben müssen, während der Konzern bei seinem konkurrierenden Dienst den gesamten Betrag bekommt. "Wenn wir diese Steuer bezahlen, würde uns das zwingen, unsere Premium-Mitgliedschaft künstlich deutlich teurer zu machen als Apple Music", kritisiert Spotify-Chef Daniel Ek. Spotify bot die Abos in der iPhone-App eine Zeit lang teurer an als im Web. Inzwischen kann man das Premium-Abo auf dem iPhone gar nicht mehr abschliessen. Auch der Videostreaming-Dienst Netflix bietet seit Ende vergangenen Jahres Neukunden keine Möglichkeit mehr an, ein Abo direkt in der App zu erwerben.

Apple mache Spotify das Leben schwieriger, weil der Musikdienst nicht das Bezahlsystem des iPhone-Konzerns nutze, schreibt Ek. So habe Apple regelmässig App-Updates blockiert und Spotify von firmeneigenen Produkten wie der Assistenzsoftware Siri, dem vernetzten Lautsprecher Homepod und der Computer-Uhr Apple Watch ferngehalten. Ausserdem würden die Möglichkeiten, mit Nutzern zu kommunizieren, eingeschränkt.

"Wir wollen keine Sonderbehandlung", schreibt Ek und verweist darauf, dass etwa der Fahrdienstvermittler Uber oder der Essenlieferdienst Deliveroo auch keine Abgaben für die einzelnen Transaktionen in ihren jeweiligen Apps zahlen müssten.

Spotify schloss das vergangene Quartal mit 96 Millionen zahlenden Abo-Kunden ab, 9 Millionen mehr als drei Monate zuvor. Zusammen mit der Gratis-Version kam Spotify auf 207 Millionen Nutzer. Apple Music als Nummer zwei im Markt hat nach jüngsten Angaben mehr als 50 Millionen zahlende Nutzer - eine kostenlose Version hat der iPhone-Konzern nicht.

Bei Spotify werden alle angebotenen Musikstücke von Musiklabels zur Verfügung gestellt und von diesen lizenziert. Die Lizenzgebühren werden über zwei Wege finanziert: Entweder bezahlen Kunden ihr Konto mit einem Abonnement, oder sie müssen Werbeeinblendungen akzeptieren. Bei einem Premium-Konto gibt es zusätzlich zur Werbefreiheit die Möglichkeit, Musikabspiellisten im „Offline-Modus“, also ohne Internetverbindung, abzuspielen.

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