Tesla wird offiziell der erste grosse externe Grosskunde für die neue Chiptechnologie von Intel, die auf dem sogenannten "14A-Verfahren" beruht, mit dem Intel mit Herstellern wie TSMC in Konkurrenz tritt. Tesla-Chef Elon Musk gab bekannt, dass Tesla diese Technologie für sein ehrgeiziges "Terafab"-Projekt in Austin, Texas, nutzen werde.
Beim Projekt "Terafab" handelt es sich um eine gemeinsame Initiative von Tesla, SpaceX und xAI. Ziel ist der Aufbau einer massiven Fertigungskapazität von bis zu 1 Terawatt Rechenleistung pro Jahr für KI und Robotik. Die dort produzierten Chips sollen unter anderem in den folgenden Bereichen zum Einsatz kommen:
-- Autonomes Fahren: Für künftige Generationen von Teslas KI-Chips (wie AI6 oder Nachfolger).
-- Robotik: Für den humanoiden Roboter Optimus.
-- Weltraum: Spezialisierte Prozessoren für SpaceX-Satelliten und weltraumbasierte Rechenzentren.
Der Deal gilt als entscheidender Durchbruch für die Intel Foundry, da er die Reife der neuen Technologie validiert und einen hochkarätigen Kunden sichert. Es ist auch ein Schritt, um der Abhängigkeit von Chipproduzenten wie TSMC etwas entgegenzusetzen. Das 14A-Verfahren ist Intels Speerspitze im Kampf um die weltweite Marktführerschaft in der Chip-Produktion und markiert den Übergang in die sogenannte Angström-Ära. Für Tesla bedeutet diese Partnerschaft vor allem eines: die technologische Basis für die Massenproduktion von autonomer Intelligenz.
Hinter der Bezeichnung "14A" (steht für 14 Angström, was 1,4 Nanometern entspricht) verbergen sich drei fundamentale technologische Sprünge:
-- High-NA EUV-Lithografie: Intel ist das weltweit erste Unternehmen, das die neueste Generation der ASML-Belichtungsmaschinen (High-NA) einsetzt. Diese ermöglichen eine deutlich höhere Präzision bei der Strukturierung der Chips, was zu einer 30 Prozent höheren Transistordichte führt.
-- RibbonFET 2 (GAA): Diese neue Transistor-Architektur ("Gate-All-Around") umschliesst den Stromkanal von allen Seiten. Das minimiert Leckströme und ermöglicht eine Leistungssteigerung pro Watt von etwa 15–20 Prozent im Vergleich zum Vorgängerverfahren.
-- Powerdirect (Backside Power Delivery): Hierbei wird die Stromversorgung auf die Rückseite des Silizium-Wafers verlegt. Das schafft Platz auf der Vorderseite für mehr Logikschaltkreise und reduziert den Energieverbrauch um bis zu 35 Prozent.
Was die Roadmap von Tesla anbelangt, so steht für dieses Jahr die Enthüllung von Optimus Gen 3 (und erste interne Einsätze in geringen Stückzahlen) auf dem Programm. Im nächsten Jahr erfolgt der Start der Risikoproduktion von 14A-Chips bei Intel. Dies deckt sich mit Teslas Ziel, die Produktion auf Hunderttausende Einheiten zu skalieren. 2028 beginnt dann die Hochvolumen-Fertigung der 14A-Chips. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Tesla die Millionenmarke bei der jährlichen Roboterproduktion anvisiert.
Durch diesen Deal sichert sich Tesla bevorzugte Kapazitäten bei Intel und verringert seine Abhängigkeit von TSMC, um Engpässe bei der Skalierung der "Physical AI" zu vermeiden.
