Bild: T-Mobile US

Die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile US, beendet ihre Programme für Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration (DEI) und beugt sich damit dem Druck der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Eine grössere Rolle in diesem Zusammenhang spielt wohl, dass T-Mobile US derzeit auf die Zustimmung der US-Behörden zu zwei grösseren Transaktionen wartet und dafür ihr Sozialprogramm opfert.

So ist einem veröffentlichten Schreiben an den Chef der US-Telekomregulierungsbehörde FCC, Brendan Carr, zu entnehmen, dass T-Mobile US die eigenen DEI-bezogenen Richtlinien "nicht nur dem Namen nach, sondern in der Substanz“ beenden werde.

Ein "DEI-Programm" bezieht sich auf eine Strategie oder Initiative, die sich auf Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (Diversity, Equity, and Inclusion) in einem Unternehmen oder einer Organisation konzentriert. Es zielt darauf ab, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Mitarbeiter wertgeschätzt und respektiert fühlen, unabhängig von ihrer Herkunft, Geschlecht, sexuellen Orientierung, Religion, Behinderung oder anderen Merkmalen. Damit ist es nun bei T-Mobile US, wie bei den meisten anderen US-Unternehmen vorbei. Es werde bei T-Mobile US keine individuellen Rollen oder Teams mehr geben, die sich mit DEI befassen, heisst es. Zudem würden alle Verweise auf DEI auf den T-Mobile-US-Websites und aus Schulungsmaterialien für Beschäftigte entfernt.

T-Mobile wartet auf die Genehmigung der FCC für den Kauf fast des gesamten Mobilfunkgeschäfts von United States Cellular für 4,4 Milliarden Dollar (3,75 Mrd. Euro) sowie für eine separate Transaktion zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Finanzinvestor KKR zur Übernahme des Internetdienstanbieters Metronet.

Die Abschaffung von Diversitätsprogrammen ist eines der Ziele von Trump. Er hatte kurz nach seinem Amtsantritt teils jahrzehntealte Regelungen gekippt, mit denen Chancengleichheit und eine ausgewogene Besetzung der Belegschaft hinsichtlich Merkmalen wie Hautfarbe, Geschlecht und Religion erreicht werden sollen. Um des Vorteils willen werfen die meisten Firmen in den Vereinigten Staaten ihre Sozialkultur über Bord.