Logobild: Spotify

Die türkischen Behörden haben Ermittlungen gegen die Streamingplattform Spotify mit Hauptsitz in Stockholm wegen wegen "wettbewerbsverzerrender Auswirkungen“ ihrer Geschäftspraxis auf die Musikindustrie im Land aufgenommen. Dabei soll geprüft werden, ob Spotify bestimmten Künstler:innen mehr Sichtbarkeit verleihe als anderen und seine Auszahlungen auf ungerechte Weise verteile, lassen die Behörden wissen.

Bereits zuvor hatte der stellvertretende Kulturminister Batuhan Mumcu im Onlinedienst X zu rechtlichen Schritten gegen Spotify aufgerufen, da sich das Unternehmen geweigert habe, Playlists mit "provokanten“ und "beleidigenden“ Titeln zu löschen. Mumcu hielt auf X fest, sein Ministerium habe die Inhalte auf Spotify "seit Langem“ im Visier. In "Gestalt von Playlists“ seien Inhalte veröffentlicht worden, die "unsere religiösen Gefühle zu unserem Propheten Mohammed“ missachteten und auf die "heiligen Werte“ des türkischen Volks zielten.

Zudem sei in "heimtückisch provokanten und moralisch inakzeptablen“ Playlists Emine Erdogan, die Ehefrau des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, angegriffen worden, erklärte Mumcu. Die zuständigen Behörden müssten daher zur Tat schreiten.

Der schwedische Musikstreamingdienst, der seit 2013 in der Türkei verfügbar ist, erklärte, seine Geschäftstätigkeit stehe im Einklang mit "allen anwendbaren Gesetzen“. Das Unternehmen werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten, obwohl ihm bisher keine näheren Angaben zu "Umfang oder Schwerpunkt der Ermittlungen“ vorlägen. Ziel sei eine "konstruktive Lösung“ der Angelegenheit mit dem türkischen Kartellamt, hiess es weiter. Zu den Vorwürfen hinsichtlich der Playlistnamen äusserte sich das Unternehmen aus dem Land der Elche bislang nicht.