Fastweb-Hauptsitz (Bild: zVg)

Die Italientochter von Swisscom, Fastweb + Vodafone, hat den Rahmendienstleistungsvertrag (Master Service Agreement, MSA) mit dem italienischen Infrastrukturunternehmen INWIT (Infrastrutture Wireless Italiane) offiziell aufgekündigt. Unter Einhaltung der zweijährigen Kündigungsfrist soll der Verttrag formell Ende März 2028 auslaufen.

Als Grund für die Kündigung gibt Swisscom die die hohen Mobilfunkturm-Mietkosten von INWIT an, die über den gängigen Marktkosten lägen. Und INWIT habe sich geweigert, formelle Verhandlungen zur Anpassung an marktübliche Konditionen aufzunehmen. Der Vertragsabschluss wurde vor sechs Jahre getätigt. Damals hatte Vodafone Italia, die inzwischen von Swisscom übernommen wurde, 20'000 seiner insgesamt 25'000 Mobilfunkmasten in Italien an INWIT verkauft. Seither werden diese für jährlich rund 400 Millionen Euro gemietet.

Die durch die Kündigung freiwerdenden Mittel sollen laut Swisscom in die eigene Infrastruktur, die Verbesserung der Netzqualität und den beschleunigten 5G-Ausbau fliessen. Hintergrund dazu ist, dass Fastweb + Vodafone und die Telecom Italia (TIM) noch vor der Auflösung des Vertrages ein Joint Venture ankündigten, um gemeinsam bis zu 6.000 neue Mobilfunkmasten in Italien zu bauen.

Allerdings besteht zwischen den beiden Parteien über die Vertragslaufzeit eine Uneinigkeit. Während Fastweb + Vodafone von einem Kündigungsrecht für 2028 ausgeht, vertritt INWIT die Position, dass die Verträge bis August 2038 unkündbar gültig seien. Ein längerer Rechtsstreit scheint vorprogrammiert.