Digitalisierung: Swico legt Programm vor (Symbolbild: Pixabay)

Nach Ansicht des Branchenverbandes Swico hat die Covid-19-Krise sich länger abzeichnende Entwicklungen und Defizite in der Digitalisierung der Schweiz schonungslos entblösst. Schwierigkeiten in der digitalen Kommunikation der Gesundheitsbehörden, ein unzureichendes Datenmanagement im Gesundheitsbereich, digitale Hindernisse in der Pandemiebekämpfung und die zeitweise Beeinträchtigung der partizipativen Demokratie seien nur wenige Beispiele dafür, was falsch laufe, schreibt der Verband in einem heute veröffentlichten Communiqué. Daher lege Swico ein Zehn-Punkte-Programm mit 32 Ideen, Diskussionsanstössen und Forderungen vor, mit dem Ziel, einen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu leisten.

Mit der Veröffentlichung dieses Programmes schlägt Swico auch drei Impulse vor, die bis im Herbst 2021 priorisiert werden sollten.
- Erstens die schweizweite Etablierung einer digitalen Bildungskultur
- Zweitens eine Auswertung des Handlungsbedarfs in den Verwaltungen aus Sicht der Bevölkerung
- Drittens die Positionierung der Schweiz im internationalen Kontext, insbesondere gegenüber der Europäischen Union.

Die Vermittlung von technischen Grundkompetenzen, das computional thinking, sieht Swico gemäss dem Communiqué als Priorität für das Schulwesen in der Schweiz über alle Stufen hinweg an. Nebst Mathematik müssten Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Programmierung Bestandteil der Lehrpläne werden, so der Verband. In den Mittelschulen seien demnach Berufsbilder der Zukunft zu entwickeln und Lehrpersonen sollten befähigt werden, für die Zukunft relevante Inhalte zu lehren und Lernstoff auf digitalen Kanälen ohne Wissensverlust und diskriminierungsfrei zu vermitteln. Der Zugang von Homeschooling sollte jederzeit gleichberechtigt möglich sein. Weil Bildung in die Zuständigkeit der Kantone falle, lanciere Swico zudem einen parteiübergreifenden Appell an Parlamentarierinnen und Parlamentarier in allen 26 Kantonen, einen koordinierten Vorstoss mit dem Ziel der Etablierung einer digitalen Bildungskultur einzureichen.

Desweiteren solle der Staat, sei es auf Bundes- oder Kantonsebene, gezielt in die digitale Infrastruktur investieren und Digitalisierungsprojekte innerhalb der Verwaltung beschleunigen. Öffentliche Aufgaben sollten demnach systematisch digitalisiert und die entsprechenden Kompetenzen in den Verwaltungen deutlich verbessert werden. Zur Bedürfnisklärung und zur Identifikation von Defiziten plane Swico eine repräsentative Bevölkerungs- und ExpertInnen-Befragung mit dem Ziel, die grössten Handlungsfelder und Vertrauenskriterien aus Sicht der Zivilgesellschaft in die öffentliche Diskussion zu bringen. Die Ergebnisse der Studie sollen noch im Herbst 2021 präsentiert werden.

Swico verweist im Communiqué auch darauf, dass die Schweiz unentflechtbar mit der Europäischen Union und dem Rest der Welt vernetzt sei. Die Abhängigkeit der Schweiz von ausländischen Playern im Bereich der Digitalisierung sei enorm und der effektive Souveränitätsverlust sei um ein Vielfaches höher als bei jedem anderen Handelsgut. Gleichzeitig würden der Regulierungsdruck aus der EU sowie andere extraterritoriale Regeln aus dem Ausland zunehmen. Die Schweiz habe dabei lediglich die Rolle des Zaungastes inne. Es sei unerlässlich, dass sich die Schweiz bei der Gestaltung der Spielregeln aktiv einbringe und ihre Position ausbaue. Zu diesem Zweck will Swico auf dem parlamentarischen Wege die Aufnahme entsprechender Digitaldossiers durch den Bundesrat fordern und einen entsprechenden Vorstoss lancieren.

Das vollständige 10-Punkte-Programm steht unter www.swico.ch zum Download bereit.



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