Trotz aller regionalen und globalen Krisen: Das Management und externe Stakeholder erwarten profitables Wachstum, stabile Margen und hohe Lieferzuverlässigkeit. Der Schlüssel, um diesen Spagat zu meistern, liegt nicht in mehr, sondern in den richtigen Metriken. Die auf Softwarelösungen für Operational Intelligence fokussierte Elisa Industriq nennt die drei wichtigsten Typen von Supply-Chain-Kennzahlen und wie sie den Einfluss auf das Unternehmensergebnis aufzeigen.
Immer häufigere Störungen in der Lieferkette einerseits, steigende Erwartungen und finanzieller Druck andererseits – Fertigungsunternehmen befinden sich auf einer ständigen Gratwanderung. Dazu kommt: Die Störungen in der Lieferkette erfordern Anpassungen in der Planung. Deren Auswirkungen auf das Betriebsergebnis lassen sich jedoch nicht immer sofort abschätzen. Die nötige Transparenz versuchen viele Unternehmen mit dem Monitoring von Kennzahlen (KPIs) herzustellen. Dabei liegt die Herausforderung weniger in der Erhebung von Daten als vielmehr darin, die passenden Metriken zu definieren.
Es genügt nämlich nicht, sich auf finanzielle sowie Zahlen zur Effizienz zu stützen: Zwar sind Unternehmen mit ausgereifter Lieferkette laut Accenture um bis zu 23 Prozent profitabler als ihre Wettbewerber. McKinsey allerdings zeigt in einer anderen Studie, wie schnell externe Störungen diese Vorteile zunichtemachen können. Die Konsequenz: KPI-Systeme für die Supply Chain müssen Effizienz und Resilienz gleichermassen abbilden. Elisa Industriq empfiehlt daher ein Set auf Basis von drei Arten von Kennzahlen. Diese messen die Leistung der Supply Chain und stellen den Zusammenhang her zu Ertrag, Cashflow oder Risiko.
Drei KPI-Familien, die den Unterschied machen
1. Planungs-KPIs: Margen stabilisieren, Volatilität reduzieren
Kennzahlen zu Prognosegenauigkeit oder Planstabilität vergleichen das Angebot mit der Nachfrage und machen Abweichungen sichtbar. Damit tragen sie zu einer höheren Planungsgenauigkeit und letztlich stabileren Margen bei: Eine präzise Planung reduziert Eilaufträge, verringert Sicherheitsbestände und verschafft Zeit für die Lösung von Problemen. Studien zeigen, dass ausgereifte Integrated-Business-Planning-Ansätze zu höheren Erträgen und geringeren Logistikkosten führen. Bessere Planung bedeutet also durchgängigere Prozesse, fokussierteres Arbeiten für die Teams und dadurch oft höhere Gewinne.
2. Service-KPIs: Umsatz und Kundenvertrauen sichern
Fill-Rate, On-Time-in-Full (OTIF) sowie Perfect Order messen die tatsächliche Lieferperformance aus Kundensicht, etwa die Quote der Lieferungen, die vollständig, pünktlich und in der gewünschten Qualität ankommen. Diese Zahlen sind damit Frühindikatoren für Umsatzentwicklung und Kundentreue. Unternehmen mit OTIF-Raten über 90 Prozent gelten in vielen Industrien als Benchmark. Wichtig dabei: Erst die gemeinsame Definition dieser KPIs mit dem Kunden gewährleistet aussagekräftige Zahlen. Denn nicht immer haben Auftraggeber und Lieferant von Anfang an das gleiche Verständnis, was Qualität und Termintreue bedeuten. Erfolgt dann noch eine systematische Analyse der Fehlerursachen, wird aus der Service-Messung echte Umsatzsicherung.
3. Kosten-, Effizienz- und Resilienz-KPIs: Cash freisetzen, Robustheit erhöhen
Kennzahlen wie Cash-to-Cash-Zyklus, Lagerumschlag, Durchlaufzeit oder Cost-to-Serve geben Aufschluss, wie effizient Prozesse ablaufen und wie wirksam Kapital in der Supply Chain eingesetzt wird. Mit ihrer Hilfe lassen sich die operativen Kosten senken und das Working Capital optimieren. Allerdings gilt: Effizienz ohne Resilienz erhöht die Verwundbarkeit. Resilienz-KPIs – etwa zur Lieferanten-Diversifikation oder Wiederanlaufzeit nach Störungen – sollten daher integraler Bestandteil der Steuerungssysteme sein.
Reifegrad und Governance als Erfolgsfaktoren
Ein häufiges Phänomen in der Praxis ist die Erhebung einer Vielzahl an Messgrössen, unabhängig von deren Zusammenhang mit dem Gesamtergebnis. Stattdessen empfehlen sich gezielt ausgewählte Kennzahlen, die aufeinander aufbauen und Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge abbilden: von Aktivitätskennzahlen über Prozess- und Ergebnis-Metriken bis hin zu finanziellen Zielgrössen, etwa Marge oder Working Capital. Kennzahlen wie Cash-to-Cash oder Perfect Order bilden die Brücke zwischen operativer Steuerung und finanzieller Wirkung.
Neben der Auswahl der richtigen KPIs sind die Umsetzung der Auswertungen sowie der Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen entscheidend: klare Definitionen, einheitliche Berechnungslogiken, feste Review-Zyklen und eindeutige Verantwortlichkeiten. Nur so lassen sich KPI-Diskussionen von operativen Detaildebatten auf strategische Ergebnissteuerung heben.
"Supply-Chain-KPIs entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie operative Abläufe mit Marge, Cashflow und Kundenanforderungen in Zusammenhang bringen", sagt Michael Fatum, Managing Director bei Elisa Industriq Deutschland. "Unternehmen, die das schaffen, verwandeln ihr Monitoring in ein echtes Steuerungsinstrument, das Transparenz und Reaktionsfähigkeit erhöht – selbst in einem volatilen Umfeld."
