Die helvetischen Telekomkonzerne Swisscom, Sunrise und Salt befinden sich wegen der Regeln für die Anfang 2027 anstehende Versteigerung von Lizenzen miteinander im Clinch. Dabei warnen Sunrise und Salt davor, dass einer von ihnen verschwinden würde, sollte keiner der beiden Anbieter Frequenzen ersteigern können, wie es in Berichten von Tamedia-Medien heisst.
Demnach werfen Sunrise und Salt, die Nummern zwei und drei im Schweizer Telekommarkt, dem Bund und dem Branchenprimus Swisscom vor, dass das Auktionsverfahren die staatsnahe Swisscom bevorteile. Dies geschehe mithilfe von "Spectrum Hoarding", worunter das Horten von Frequenzen zu verstehen sei.
Den Berichten nach habe Swisscom die Vorwürfe der Konkurrenz "entschieden" zurückgewiesen und ausserdem betont, sie nutze die bestehenden Frequenzbänder "wesentlich stärker als Sunrise respektive Salt", wie Tamedia aus einer Stellungnahme zitiert. Der Grund dafür sei der sehr grosse Kundenstamm.
Der Präsident der federführenden Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom), Martin Bürki, verteidigt das Vorgehen und wies auf die limitierten Frequenzen hin. "Es gehört der Allgemeinheit und wird vom Bund verwaltet", so Bürki. Ein Duopol sei aber nicht im Sinn der Comcom, deshalb werde das Vorgehen noch einmal geprüft, betont der Comcom-Präsident weiters.
Nur in einem Punkt ist sich die Branche einig: Der Staat verlangt von den Anbietern aus deren Sicht zu hohe Gebühren. Die Startgebote für die Frequenzen summieren sich auf rund 855 bis 919 Millionen Franken. Die Höhe der Einstiegspreise wird sogar von der finanzstarke Swisscom kritisiert.
