Studie: KI-Anwendungen erst vereinzelt im Einsatz

Symbolbild: Pixabay
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Die IT- und Firmenchefs vieler Unternehmen denken zwar offenbar darüber nach, künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen. Tatsächlich im Einsatz sind bislang jedoch nur vereinzelt KI-Anwendungen. Dies belegt eine aktuelle Studie der IT-Dienstleisterin Adesso.

Gemäss eigenen Angaben wolle Adesso wissen, welche Techniken rund um künstliche Intelligenz Unternehmen bereits einsetzen, welche Strategien sie verfolgen und wo sie die grössten Herausforderungen sehen. Zu diesem Zweck wurden 329 Entscheider aus den unterschiedlichsten Branchen befragt. Das Ergebnis: In den Köpfen ist das Thema KI zwar angekommen, in der praktischen Anwendung jedoch noch nicht.

Konkret gaben laut der Studie 83 Prozent der Befragten an, dass die Technik aus ihrer Sicht ein wettbewerbsentscheidender Faktor sei. Eine unverzichtbare Rolle bei Produktinnovationen spielt sie für 64 Prozent. Entsprechend hat fast die Hälfte das Thema künstliche Intelligenz in den nächsten drei Jahren weit oben auf der Agenda. An praktischer Erfahrung mangelt es allerdings meistens: Zwar hat jedes fünfte befragte Unternehmen bereits Chatbot-Projekte umgesetzt – bei anderen KI-Anwendungen befinden sich viele aber erst in der Planungsphase. Dabei erkennen die Befragten, dass KI-Technik in Bereichen wie Marketing, Vertrieb und Service neue Abläufe und Angebote erlauben. Der Umfrage zufolge stimmen 85 Prozent der Aussage zu, dass KI-Verfahren im digitalen Marketing Streuverluste verringern und sich dadurch Kosten einsparen lassen. 54 Prozent können sich vorstellen, KI-basierenden Empfehlungen für die Entwicklung eines neuen Produkts oder neuer Dienstleistung zu nutzen. 32 Prozent haben es bereits realisiert oder sind mitten in der Planung. Intelligentes Lead Scoring, das die Konversionsrate für jeden Kunden prognostiziert, halten 56 Prozent für eine gute Idee. Aber erst 26 Prozent der Befragten sind in der Umsetzung oder Planung.

Was sich Unternehmen vorstellen können und was Verbraucher wirklich nutzen würden, ist ebenfalls nicht immer deckungsgleich. Adesso hat für seine KI-Studie die Unternehmensführer gebeten, konkrete Anwendungsfälle aus dem Blickwinkel ihrer Branche zu bewerten: Denken sie über eine ähnliche KI-Lösung nach? Ist eine solche Lösung interessant für ihre Kunden? Danach sind 84 Prozent der Entscheider aus dem Gesundheitswesen davon überzeugt, dass Verbraucher KI-gestützte Gesundheitsprogramme in Anspruch nehmen würden. Allerdings sind diese mit 38 Prozent weitaus zurückhaltender. Dass Bankkunden ihre Geldanlage einer KI-Anwendung anvertrauen, denken 76 Prozent der Entscheider aus der Finanzbranche. Aber nur 30 Prozent würden ein solches System nutzen. Ein rein virtuelles Versicherungsangebot ohne Menschen, dafür mit KI, können sich 80 Prozent der Versicherungsexperten für ihre Kunden vorstellen. Diese zeigen sich mit 46 Prozent deutlich reservierter.

Die Endverbraucher sind in Bezug auf den KI-Einsatz positiv eingestellt: 83 Prozent sind überzeugt, dass KI und Roboter in der Zukunft viele lästige Aufgaben übernehmen und das Leben erleichtern. 61 Prozent glauben, dass KI ihnen Vorteile bringen wird.

Der entscheidende Faktor, um KI-Projekte in den Unternehmen erfolgreich umsetzen zu können, sind qualifizierte Mitarbeiter. In vielen Unternehmen fehlt es jedoch oft an KI-Skills, das ist den befragten Führungskräften bewusst. Über die Hälfte will die eigenen Mitarbeiter fit für das Thema KI machen. 44 Prozent sind dabei, entsprechend qualifizierte Experten einzustellen.

Zur Studie:
Adesso hat die Umfrage zum Thema KI gemeinsam mit dem Kölner Marktforschungsinstitut "Heute und Morgen" im Januar und Februar 2019 in Deutschland durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 329 Entscheider in Unternehmen sowie 1.000 Endverbraucher unterschiedlichster Altersgruppen befragt. Die Studie ist kostenfrei per Download hier erhältlich!!