Startups: Kaminario will es wissen

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Startups: Kaminario will es wissen

An Selbstbewusstsein fehlt es Dani Golan nicht. Wir besuchten den Gründer und CEO des Storage-Startups in seinem Büro im Norden von Israel, angesiedelt in einem der vielen Technologie-Zentren des Landes. Der ehemalige Kampfpilot der israelischen Armee gründete sein Unternehmen 2008, das seinen Hauptsitz inzwischen in Boston hat, und setzt nun nach dem Erfolg in den USA zum grossen Sprung in die europäischen und asiatischen Märkte an. Er sieht sich in der Masse der jungen Anbieter, die auf software-defined Storage (SDS) und Flash setzen, ganz vorne in der ersten Reihe.

Golan hat es verstanden, mit einem einzigen Produkt – der Kaminario "K2-All-Flash-Plattform mit Software-Defined Architecture" – zahlreiche Enterprise-Kunden zu gewinnen und die Analysten von Gartner Research und IDC zu beeindrucken. Gartner sieht Kaminario in seiner Studie "Magic Quadrant for Solid-State Arrays" (2015) neben Solidfire (von Netapp übernommen) und Tegile als einen der Visionäre, die den Marktführern EMC (jetzt Dell EMC), HPE, IBM und Pure Storage auf den Fersen sind. Kaminario überlässt es den Kunden, welche SSD- oder Flash-Systeme sie einsetzen wollen, so dass manche von ihnen inzwischen All-Flash-Arrays zu einem Preis von unter 1 Dollar pro Gigabyte zur Verfügung haben.

Kaminario bietet eine Automatisierung der meisten Speicherfunktionen, darunter eine eigene Lösung für Datenreduktion (Datendeduplizierung und Komprimierung) und einen Virtualisierungs-Layer, der "dynamisch zusammengesetzte Cluster von Arrays“ ermöglicht. Hierfür wird Nonvolatile Memory Express (NVMe) verwendet. Zu den Software-Services von Kaminario gehört eine "advanced analytics platform“, mit der die Kunden beständig ihre Daten- und Speicherprozesse beobachten und auswerten können.

Befragt, wie sein Unternehmen zukünftig wachsen wolle, beharrte Golan auf dem One-Product-Shop von Kaminario. In Zukunft auch hybride, also gemischte Arrays aus klassischen Festplatten und schnellen Flash-Systemen anzubieten, wie es so manche seiner Konkurrenten tun, schloss er kategorisch aus. Allerdings liess er offen, welchen technologischen Wachstumspfad sein Unternehmen einschlagen wird. Zum Thema OEM-Partnerschaften hiess sein Kommentar nur: "not yet“.

Genaue Zahlen über Umsatz und Profitabilität wollte Golan ebenfalls nicht nennen mit dem Argument, man sei ein "privat geführtes Unternehmen“. In mehreren Funding-Runden konnte Kaminario bisher über 150 Millionen Dollar einnehmen, darunter von bedeutenden amerikanischen Venture Capitalists wie Sequoia Capital und Globespan Capital Partners oder der japanischen Mitsui Global Investment. Mit diesem finanziellen Background ist das israelische Startup sicher noch eine Weile auf der sicheren Seite. Bestehende und zukünftige Kunden müssen nicht nervös werden, wenn sie sich für "K2“ entschieden haben.

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Kaminario-Office in Israel (Foto: Hartmut Wiehr)
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Kaminario-Chef Dani Golan (Foto: Hartmut Wiehr)