Das neue Schweizer Mobile Sicherheitskommunikationssystem (MSK) soll bis 2035 das bestehende Polycom-Netz ablösen und künftig die sichere Kommunikation von Bund, Kantonen und Betreibern kritischer Infrastrukturen gewährleisten. Mit der Unterzeichnung des Projektinitialisierungsauftrags haben die Bundesräte Martin Pfister und Beat Jans gemeinsam mit Landesfähnrich Jakob Signer (AI), Präsident der RK MZF, und Regierungsrätin Karin Kayser-Frutschi (NW), Präsidentin der KKJPD, heute den Startschuss für das Projekt abgefeuert.
Damit startet das VBS gemeinsam mit den Partnern des Sicherheitsverbundes Schweiz (SVS) die Projektplanung und Durchführung für das Vorprojekt Mobile Sicherheitskommunikationssystem (MSK). Per Ende 2025 wurde die Projektverantwortung dem Kommando Cyber zugewiesen.
Das künftige Mobile Sicherheitskommunikationssystem (MSK) und das heutige Polycom sind für den Betrieb in sämtlichen Lagen ausgelegt, sowohl im Alltag wie auch in ausserordentlichen Situationen wie bei Netzüberlastungen, Naturereignissen oder Katastrophen, Sabotageakten oder Cyberangriffen. Mit dem Ende der Nutzungsdauer von Polycom – dem landesweiten Sicherheitsfunkkommunikationssystem der Schweizer Rettungs- und Sicherheitskräfte – im Jahr 2035 sei der Bedarf an einem einheitlichen, krisen- und ausfallsicheren System für die mobile breitbandige Sicherheitskommunikation von Bund, Kantonen und Dritten dringlich, heisst es in einer Aussendung dazu.
Deshalb starte das VBS unter Einbezug der Kantone ein Vorprojekt für MSK. Seit Anfang 2026 hat das VBS in Abstimmung mit den Stakeholdern die Grundlagen im Bereich Zielsetzung, Governance und Zeitplan für die Initialisierung erarbeitet.
Ziel des MSK-Vorprojekts ist es gemäss Mitteilung, die fachlichen, organisatorischen, finanziellen und technischen Grundlagen für das Hauptprojekt und den späteren Betrieb zu schaffen. Gleichzeitig soll eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung erarbeitet werden. Die enge Zusammenarbeit mit den Benutzerorganisationen habe dabei für das VBS hohe Priorität, wird in der Mitteilung betont. Im Vorprojekt werden demnach die Bedürfnisse und Anforderungen der verschiedenen Stakeholder aufeinander abgestimmt und der genaue Projektumfang festgelegt. Gemeinsam mit den Anwendervertretern sollen Einsatzszenarien, Einsatzkonzepte und Anforderungen erarbeitet und vereinheitlicht werden. Zudem entstünden Konzepte für die Lösungsarchitektur sowie für Betrieb, Support und Service-Management, um einen zuverlässigen und langfristigen Betrieb sicherzustellen. Weiters sollen Finanzierungsmodelle zusammen mit Bund und Kantonen abgestimmt sowie Migrations- und Skalierungsszenarien entwickelt werden, damit die Lösung schrittweise eingeführt und später erweitert werden könne.
Die Lösungsarchitektur von MSK basiert laut den Infos auf jener des Projekts "Mitnutzung ziviler Dienste" (MzD) als Teil des Projekts "Telekommunikation der Armee". Mit dem Teilprojekt MzD werden zivile Datennetze für die Armee nutzbar gemacht und gehärtet, um die Resilienz und Krisenfestigkeit ihrer Kommunikationsdienste zu erhöhen. So könnten Synergien genutzt werden. Auf Basis von MzD und ergänzenden MSK-Services werdde ein Proof of Concept (PoC) umgesetzt, um die Machbarkeit der Lösung mit den beiden Kernelementen "resilientes Netz" und "Kollaborationsdienste" praktisch zu überprüfen und zu demonstrieren. Welcher Kanton dafür vorgesehen ist, die Finanzierung sowie der Umfang des PoC werden in der Initialisierungsphase festgelegt.
Das Vorprojekt erfolgt den Angaben nach schrittweise mit kurzen Entwicklungszyklen und regelmässigem Feedback der Nutzer. Bereits vor dem Proof of Concept könnten Demonstratoren durchgeführt werden. Ziel sei eine genehmigungsreife Grundlage, damit im anschliessenden Hauptprojekt die Umsetzung und Skalierung starten könnten. Parallel zur Umsetzung des MSK-Vorprojekts werde eine Botschaft an das Parlament erarbeitet, um die Finanzierung des späteren Hauptprojekts für MSK sicherzustellen.
Das Projekt "Werterhalt Polycom 2030" (WEP2030) soll Mitte 2026 mit der Erneuerung der Tetrapol Technologie, der Migration der Basisstationen, der kompletten Erneuerung der Netzinfrastruktur und der Erneuerung der kantonalen Einsatzzentralen in der gesamten Schweiz abgeschlossen werden. Auch wenn noch einige Arbeiten zu erledigen seien (wie der Rückbau eines kleinen Teils der alten Infrastruktur und die administrativen Projektabschlussarbeiten), sei dies ein bedeutender Meilenstein für die sichere Mobilfunkkommunikation der Blaulichtorganisationen wie Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Zivilschutz und stärke damit die Sicherheit der Schweiz. Der Betrieb von Polycom sei somit bis 2035 gewährleistet.
Das ursprüngliche Budget werde eingehalten, heisst es weiters. Eine Verzögerung während des Projektes habe man wieder aufholen können, und das Projekt schliesse insgesamt nur mit einer Verzögerung von sechs Monaten ab, dies bei einer Gesamtdauer von 10 Jahren.
