Der Jobkahlschlag bei Tech-Firmen im Silicon Valley hat 2022 ein Rekordniveau erreicht und könnte sich in diesem Jahr noch ausweiten. Wie Analysten von Challenger, Gray & Christmas berechnet haben, ist die Zahl der Kündigungen in der US-Tech-Industrie im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 649 Prozent nach oben geschnellt. Branchengrössen wie Amazon, Meta oder Salesforce könnten 2023 aber sogar noch mehr Stellen streichen, wie Experten befürchten.

"Bei Amazon und anderen namhaften Tech-Unternehmen im Silicon Valley war die zweite Hälfte des letzten Jahres vor allem von Stellenkürzungen, Aufnahmestopps bei neuen Mitarbeitern und anderen Massnahmen zur Kostenreduktion gekennzeichnet", schreibt "CNN Business". Aber auch wenn 2022 das Jahr war, in dem die guten Zeiten für Tech-Firmen zu Ende gingen - 2023 könnte noch schlimmer werden. "Die Leute in diesen Betrieben sollten sich warm anziehen, die Situation könnte sich noch weiter verschlechtern", warnen die Experten.

In diesem Zusammenhang wird unter anderem auf die jüngste Ankündigung von Amazon verwiesen. Der dortige CEO Andy Jassy hatte noch Ende November 2022 bestätigt, dass man bereits damit begonnen hätte, Mitarbeiter zu kündigen und dass man weitere Streichungen prüfen werde. Nun ist die Prüfung abgeschlossen und der Online-Händler hat beschlossen, statt der ursprünglich angegebenen 10.000 insgesamt 18.000 Jobs zu streichen - also fast das Doppelte.

Dass der Tech-Sektor aktuell schlecht dasteht, liegt nach Einschätzung vieler Experten nicht nur am generell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Einen Teil der Schuld hierfür tragen auch die Führungsetagen der betroffenen Unternehmen, die die geschäftlichen Auswirkungen von Corona und Co offensichtlich völlig falsch eingeschätzt haben, wie der Bericht feststellt: "Nachdem man zunächst einen Boom bei digitalen Services erlebt hatte, begann man damit, schnell viele Leute einzustellen. Mit der Rücknahme der Covid-19-Restriktionen sind die Menschen aber wieder in ihr Offline-Leben zurückgekehrt."

CEOs wie Mark Zuckerberg von Meta oder Marc Benioff von Salesforce geben mittlerweile auch ganz offen zu, dass sie sich bei der Einschätzung der Nachfrage ihrer Services verkalkuliert haben. "Weil unser Umsatz durch die Pandemie gestiegen ist, haben wir zu viele neue Leute eingestellt und müssen jetzt mit dem Wirtschaftsabschwung zurechtkommen. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung", zitiert "CNN" aus einem internen Memo, das Benioff an seine Mitarbeiter verschickt hat.



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