Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Roland Busch warnt ausdrücklich vor einer zu starken Regulierung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Europäischen Union (EU). In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" forderte er die EU auf, das Tempo bei der Zulassung neuer Technologien deutlich zu erhöhen, statt sie durch Bürokratie auszubremsen.
Politische Regulierungsprozesse wie der AI Act oder der Data Act dauern laut Busch oft rund zwei Jahre. In diesem Zeitraum entwickelten sich KI-Modelle sechs- bis achtmal weiter. Bis Gesetze in Kraft treten, habe sich die Technologie längst verändert, so Busch.
Zu viel Bürokratie behindere europäische Unternehmen im globalen Vergleich, insbesondere gegenüber Wettbewerbern aus China und den USA, die neue Technologien extrem rasch adaptieren. Busch betont, dass die aktuellen Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur nachhaltig seien, da sie von finanzstarken Unternehmen mit hohem Cashflow getragen würden und die Effizienz real steigere.
Siemens setzt künstliche Intelligenz (KI) bereits in zahlreichen konkreten Projekten und Produkten ein, insbesondere um die Industrieautomatisierung, Fabriken und die Infrastruktur zu revolutionieren. Der Konzern verfolgt das Ziel, KI zum neuen "Betriebssystem der Industrie“ zu machen.
