Symbolbild: Pressedienst

Die Schweizer Gemeinden fordern vom Bund vehement mehr Orientierung und konkrete Informationen zur E-ID, die noch dieses Jahr eingeführt werden soll. Eine aktuelle Umfrage des Schweizerischen Gemeindeverbandes (SGV), des Vereins "Myni Gmeind" und der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt erhebliche Wissenslücken und Unzufriedenheit bei der Umsetzung der neuen staatlichen E-ID.

Zwar betrachten die Gemeinden den digitalen Ausweis als wichtigen Baustein, doch fühlen sich viele im Umsetzungsprozess vom Bund alleingelassen. Es fehle an praxisnahen Vorgaben und am Wissen über konkrete technische und organisatorische Abläufe. Claudia Kratochvil, Direktorin des SGV, kritisierte öffentlich, dass der Bund die Gemeinden im Umsetzungsprozess zu wenig einbeziehe. Der Schweizerische Gemeindeverband SGV fordert deshalb vom Bund, die Gemeinden bei der Planung und Einführung proaktiv einzubinden, um einen Flickenteppich zu vermeiden.

Das neue E-ID-Gesetz (BGEID), welches im September 2025 von der Bevölkerung knapp angenommen wurde, sieht eine Akzeptanzpflicht vor. Behörden und Stellen, die öffentliche Aufgaben erfüllen, müssen die E-ID spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Identifikation von Bürgerinnen und Bürgern akzeptieren.

Das zuständige Bundesamt für Justiz (BJ) verweist auf bereits existierende, regelmässige Videokonferenzen zur Einführung der E-ID an. Zudem biete der Bund bei Bedarf zusätzliche Austauschrunden an.

Die Gemeinden erhalten für die Vorbereitung möglicherweise etwas mehr Zeit: Die ursprünglich für den Sommer und dann auf Dezember 2026 verschobene Einführung der E-ID (über die Wallet-App Swiyu) verzögert sich voraussichtlich erneut.