Schweiz bei Internet-Security im Europa-Vergleich nicht immer glänzend

Symbolbild: Pixabay/Christoph Meinersmann
Symbolbild: Pixabay/Christoph Meinersmann

Bei der Internet-Sicherheit schneidet die Schweiz im europäischen Vergleich knapp unterdurchschnittlich ab. So werden die SchweizerInnen weniger häufig Opfer von Phishing (47 Prozent) als die österreichischen Nachbarn (49 Prozent) aber wesentlicher häufiger als die Deutschen (40 Prozent). Der Durchschnitt aller Befragten in anderen europäischen Ländern liegt bei 45 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die Google eigens für den diesjährigen globalen Safer Internet Day (5. Februar) im Dezember 2018 und Januar 2019 in 20 europäischen Ländern zum Thema Sicherheit im Internet durch.

In Europa am wenigsten von Phishing betroffen sind laut dieser Untersuchung die Nutzer nach eigener Angabe in Polen (35 Prozent), Finnland (31 Prozent) und Ungarn (28 Prozent).

Bei Viren- und Malware- Angriffen zeigen sich die SchweizerInnen jedoch anfälliger als ihre europäischen Nachbarn. 22 Prozent geben an, schon einmal von einem solchen Angriff betroffen gewesen zu sein. In Österreich sind es 17 Prozent, in Deutschland 10 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei 16 Prozent. Schweiz überdurchschnittlich fit in Sicherheitsfragen

Positiv ist, dass sich die SchweizerInnen sich besser um ihre Sicherheit im Internet kümmern als ihre deutschsprachigen Nachbarn. So wenden heimische Nutzer häufiger die neuesten Sicherheitstechnologien an, um sich vor Angriffen zu schützen. Der Studie zufolge nutzen 25 Prozent der SchweizerInnen die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle ihre Accounts. In Österreich sind es 21 Prozent, in Deutschland 17 Prozent. Mit diesem Wert zeigt sich die Schweiz auch überdurchschnittlich im europäischen Durchschnitt (20 Prozent). Bereits 45 Prozent nutzen dieses Tool für einen Teil ihrer Konten (Österreich 41 Prozent, Deutschland: 36 Prozent, Durchschnitt: 42 Prozent).

Weiter sichern 27 Prozent der Befragten aus der Schweiz alle ihre Online-Konten mit einer Telefonnummer oder zweiten E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung, weitere 44 Prozent tun dies zumindest bei einem Teil ihrer Konten. Ähnlich agieren die Österreicher: Hier nehmen 31 Prozent der Anwender diese Vorkehrung bei allen Konten vor, 44 Prozent zumindest bei einem Teil ihrer Online-Konten. Weniger umsichtig sich die Deutschen (23 Prozent und 40 Prozent). Der europäische Durchschnitt steht in Bezug auf die Absicherung aller Online-Konten besser da (32 Prozent bei allen, 40 Prozent bei einem Teil ihrer Konten).

Sicherheit der Bankdaten für alle Europäer am kritischsten

Finanzdaten liegen den SchweizerInnen besonders am Herzen. Die heimischen Nutzer sorgen sich beim Thema Online-Datensicherheit am meisten um die Sicherheit ihrer Finanzdaten (56 Prozent). In Österreich sind es 50 Prozent, während dies nur für 44 Prozent der Deutschen ein vorrangiges Thema ist. In Grossbritannien machen sich die User besonders viel Sorgen um ihre Finanzdaten: Für 60 Prozent der Befragten sind diese Online-Daten am kritischsten. Der europäische Durchschnitt liegt bei 57 Prozent.

Nachfolgend ein paar Google Tipps zum Safer Internet Day:
1. Jeder Account ein eigenes Passwort: Niemand hat denselben Schlüssel für die Wohnungstüre, das Auto, den Keller, das Büro etc.? Genauso sollte man auch nicht ein und dasselbe Passwort für alle Internet-Konten verwenden. Alle Passwörter sollten mindestens 8 Zeichen lang sein.

  1. Updates, Updates, Updates:
    Programme, Software, Plug-Ins, Apps und Betriebssysteme sollten immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden - auf allen Geräten (Handy, Zweit-Handy, Tablet, Laptop,...)

3. Phishing pherhindern!
Nie auf verdächtige Links klicken. Immer sorgfältig die URL prüfen, um sich zu vergewissern, dass man Daten auf einer legitimen Website/ App eingibt. Vor der Dateneingabe sicherstellen, dass die URL der Website mit "https" beginnt. Wenn ein Bekannter eine E-Mail sendet, die seltsam erscheint, könnte sein Konto gehackt worden sein. Daher nicht auf die Nachricht antworten und auf keine Links klicken, wenn man sich nicht sicher ist, dass die E-Mail legitim ist. Keinesfalls auf verdächtige E-Mails, Chat-Nachrichten oder Pop-up-Fenster reagieren, in denen nach personenbezogenen Daten wie Passwörtern, Bankkonto- und Kreditkartennummern oder einfach dem Geburtsdatum gefragt wird.

  1. Eine 2. Sicherheits-Schranke ist besser als nur 1:
    Einen zweiten Sicherheits-Faktor verwenden. Was wäre das zum Beispiel? Ein SMS-Code, der nach der Account-Anmeldung eingegeben werden muss, ist schon mal gut. Mit “Security Key” - einem physischen Sicherheits-Schlüssel zum in der Hand halten - wäre der 2. Faktor sogar noch eine Spur besser. In beiden Fällen nennt man das Zwei-Faktor-Authentifizierung.

  2. 1x im Jahr zum Google-Sicherheits-Check:
    Mit dem Google-Sicherheits-Check schützt man sein Google-Konto auf einfache Weise. Es handelt sich dabei um eine schrittweise Sicherheitsprüfung, bei der man personalisierte und umsetzbare Sicherheitsempfehlungen erhält. Zum Beispiel den Tipp, eine Handy-Nummer und eine alternative Email-Adresse zu hinterlegen, um das Online-Konto bei Bedarf wieder herstellen zu können.

  3. Besonderer Schutz für Kinder mit Googles App “Family Link”:
    Es ist wichtig, mit Kindern/ Teenagern Regeln für den Umgang mit digitalen Medien zu vereinbaren. Diese helfen dabei, sich beim Lernen, Spielen und Surfen in der Onlinewelt zurechtzufinden. Mit Google lässt sich das einfach gestalten und es ist möglich, Google-Konten für Kinder unter 13 Jahren einzurichten. Eltern können mit einer speziellen App Kinder auf sinnvolle Inhalte hinweisen, aber auch sehen, wie viel Zeit diese mit ihrem Lieblingsprogramm verbringen. Man kann Apps verwalten, den Download regeln und In-App-Käufe verhindern. Von Pädagogen empfohlene Android-Apps werden gesondert angezeigt und über Zeitbegrenzung lässt sich die Nutzungsdauer im Auge behalten. Und wenn es Zeit für eine Pause ist, kann das Gerät gesperrt werden. Sogar aus der Ferne, damit die Kinder mal wieder draussen spielen.

Im erneuerten Google Sicherheitscenter gibt es zudem weitere Tools, Tipps und Informationen rund um Datensicherheit und Privatsphäre sowie auch darüber, wie man die Techniken für die Familie am besten nutzen kann. Zum Beispiel ein Tipp wie man Smartphones fern-sperren kann, wenn es gestohlen wird: Über Fernzugriff lassen sich sowohl Android als auch iOS Handys mit einer App orten, sperren oder löschen. Im Google-Konto erfolgt dies unter “Smartphone suchen”.

Weitere Zahlen zur Internet-Sicherheit von SchweizerInnen:
- 29 Prozent der Befragten geben an, noch nie Opfer von Phishing, Internet-Betrug, Viren- oder Malware-Befall bzw. unrechtmässigem Zugriff auf Social Media und E-Mail-Konten gewesen zu sein.
- 32 Prozent aller Befragten nutzen mindestens einmal im Monat oder mehr ein Security-Tool wie Google Security Checkup, um ihre Online Sicherheitseinstellungen zu überprüfen. Demgegenüber stehen 25Prozent, die ihre Einstellungen nie prüfen.
- 29 Prozent ändern seltener als alle 6 Monate ihre Passwörter, ganze 20 Prozent tun das nie.
- 16 Prozent ändern ihre Passwörter mindestens einmal im Monat, oder öfter.
- 35 Prozent der Befragten aktualisieren ihre Browser mindestens einmal im Monat oder öfter manuell, 28 Prozent hingegen tun dies seltener als halbjährlich oder nie.
- 8 Prozent der Schweizer Befragten sorgen sich nicht um die Sicherheit ihrer Daten im Internet.

Über die Studie:
Die aktuelle Studie widmete sich dem Thema Internetsicherheit. Sie wurde im Zeitraum Dezember 2018 bis Januar 2019 in 20 europäischen Ländern durchgeführt. In der Schweiz nahmen 1003 Personen teil.