Rund 1'000 Interessierte besuchten den diesjähren Business-Kongress "SAP Now" in Zürich, der, wie der Zusatz "AI Tour" nahelegt, ganz im Zeichen von Künstlicher Intelligenz (KI) stand. Das Motto lautete denn auch "Unleash your future with Business AI". Dabei ging es nicht um eine Produkt-Show, sondern viel mehr um das Nutzungsuniversum von KI in der unternehmerischen Praxis.
Stephan de Barse, President Global Business Suite, SAP, machte bereits in seiner Eröffnungskeynote klar: "Es geht nicht um KI um der KI willen, sondern darum, Unternehmen ganzheitlich zu vernetzen, Prozesse zu optimieren und fundierte Entscheidungen in Echtzeit zu ermöglichen." Die Strategie von SAP basiere auf den drei Kernelementen Applikationen, Daten und KI. Im Zentrum stünden die SAP-Applikationen, die sämtliche Geschäftsprozesse von Finanzen über Einkauf bis hin zu Personal und Lieferkette in einer integrierten Umgebung abbildeten.
De Barse betonte dabei die offene Datenstrategie. Über die Business Technology Platform (BTP) könnten Daten nicht nur aus SAP-Systemen, sondern auch aus Lösungen von anderen Anbietern sicher integriert, verknüpft und analysiert werden. "So entsteht eine einheitliche, vertrauenswürdige Datenbasis, die Silos aufbricht und den echten Mehrwert aus allen Unternehmensinformationen unabhängig von ihrer Herkunft erschliesst," so de Barse. Mit der Business AI von SAP werde diese Datenbasis intelligent genutzt, damit Unternehmen die Potenziale ihrer Daten voll ausschöpfen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken könnten. KI-Funktionen sollen dort verfügbar sein, wo sie in ERP-, HR-, Finanz- oder Supply-Chain-Prozessen den grössten Mehrwert schaffen.
Was das konkret in der Business-Praxis bedeutet, vermittelten die zahlreichen Präsentationen in der SAP Business Suite Experience Zone mit ihren drei Schwerpunkten: Anwendungen, die alle zentralen Geschäftsprozesse eines Unternehmens abbilden, die SAP Business Technology Platform als einheitliche technologische Grundlage für Innovation und Integration im SAP-Ökosystem und die SAP Business Data Cloud, das Herzstück der Datenstrategie von SAP.
Unter den SAP-Kunden vor Ort befanden sich nebst vielen KMUs auch prominente Brands wie Syngenta, Stadler Rail, Roche, ABB und Franke.
Bei all den Erwartungen an den Einsatz von KI, stellt sich immer wieder die Frage, wie man solche Projekte angeht. Dafür hat SAP ein Netzwerk von Forschungs- und Entwicklungszentren aufgebaut, das sogenannte SAP Labs Network gegründet. Diese arbeiten in über 20 Ländern, darunter die Schweiz, und umfassen mehr als 80 Prozent der globalen Engineering-Belegschaft von SAP. Ein sehr beliebtes Format sind auch die Hackathons, bei denen Kundenteams einen Use Case unter Anleitung von SAP zu einer Lösung im MVP-Stadium (Minimum Viable Product) entwickeln. Der nächste Hackathon bei SAP Schweiz findet vom 23. bis 27. März 2026 statt.

