Salesforce konnte seinen Umsatz im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 11,13 Milliarden US-Dollar steigern. Die Erwartungen lagen bei rund 11,06 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte deutlich auf 3,88 US-Dollar. Analysten hatten im Konsens lediglich mit 3,13 US-Dollar gerechnet.
Hauptverantwortlich für das gute Quartal ist das schnelle Wachstum der KI-Plattform Agentforce sowie Datendienste aus der Informatica-Übernahme. Der annualisierte Umsatzbeitrag von Agentforce allein stieg rasant auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Im abgelaufenen Quartal verarbeitete das System stolze 28,6 Billionen Daten-Tokens (+152 Prozent zum Vorquartal). "Es war ein herausragendes Quartal: Rekordumsätze, Rekord-Vertragsabschlüsse, Rekord-Mittelzuflüsse", betont Marc Benioff, der Chef des SAP-Rivalen.
Für das laufende zweite Jahresviertel rechnet der kalifonische SaaS-Riese mit einem Umsatz von 11,27 bis 11,35 Milliarden US-Dollar. Der Marktkonsens lag hier bei 11,36 Milliarden US-Dollar, weshalb die Prognose als Enttäuschung gewertet wird. Das bereinigte EPS wird auf 3,25 bis 3,27 US-Dollar geschätzt, was genau den Markterwartungen entspricht.
Positiv ist, dass das Management das bereinigte EPS für das Gesamtjahr auf 14,06 bis 14,12 US-Dollar angehoben hat (vorher bis zu 13,19 US-Dollar). Die Umsatzsicht für das Gesamtjahr wurde leicht auf 45,9 bis 46,2 Milliarden US-Dollar nachgezogen.
Trotz der operativ starken Zahlen gab die Aktie im nachbörslichen und darauffolgenden Handel leicht nach. Denn verhaltene Ausblick des Softwarekonzerns für das laufende Quartal enttäuschte und gab der Furcht vor einer "SaaSpocalypse" neue Nahrung. Darunter verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS) durch KI-Modelle.
Seit Jahresbeginn hat das Salesforce-Papier bereits rund ein Drittel an Wert verloren, da Investoren auf einen noch deutlicheren und breiteren Wachstumsschub durch KI im Massengeschäft warten.
