Die CRM-spezialistin Salesforce mit Hauptsitz im kalifornischen San Francisco hat im zweiten Quartal ihres Fiskaljahres 2027 ein Rekordquartal erzielt und die Erwartungen des Marktes bei Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen. Angetrieben von einer starken Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und strategischen Investitionsgewinnen verzeichnete das Unternehmen ein massives Gewinnwachstum und hob in der Folge die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.
Dabei stieg der Gesamtumsatz im Q2 im Vorjahresvergleich um 11 Prozent auf 11,35 Milliarden US-Dollar. Die Erwartungen der Börsianer lagen bei 11,32 Mrd. Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) erreichte 5,90 US-Dollar und pulverisierte damit die Analystenschätzungen von 3,27 US-Dollar. Dieser massive Sprung resultierte unter anderem aus einem strategischen Buchgewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar durch die Beteiligung am KI-Startup Anthropic. Der Nettoertrag (GAAP) kletterte im Jahresvergleich drastisch von 1,8 Milliarden US-Dollar auf 3,5 Milliarden US-Dollar.
Was die zukünftige Auftragslage (cRPO) anbelangt, so wuchs die "Current Remaining Performance Obligation" (vertraglich zugesicherte Umsätze für die nächsten 12 Monate) um 14 Prozent auf 33,5 Milliarden US-Dollar.
Entgegen anfänglicher Marktsorgen über eine Abschwächung des klassischen Softwaregeschäfts durch generative KI ("SaaSpocalypse") bewies Salesforce eine überraschend starke Resilienz. CEO Marc Benioff betonte, dass KI die Plattform des Unternehmens massiv aufwerte und neue Wachstumschancen eröffne. So schoss der annualisierte Umsatz mit den neuen Agentforce KI-Produkten um 240 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Die Nutzung der autonomen KI-Agenten wuchs rasant auf 3,2 Milliarden ausgeführte Interaktionen (AWUs) – ein Plus von 97 Prozent zum Vorquartal.
Die Firmentochter Slack lieferte das schnellste Wachstum beim Neugeschäft (Net New AOV) seit der Übernahme durch Salesforce. Der integrierte KI-Assistent "Slackbot“ knackte die Marke von 1 Million aktiven Nutzern.
Salesforce gab zudem bekannt, die Übernahmen des Content-Management-Spezialisten Contentful und des Kundenservice-KI-Startups Fin planmässig im laufenden dritten Quartal abzuschliessen.
Einzig im Bereich der Lizenzen für Integrations- und Analysesoftware (wie MuleSoft/Tableau) vermeldete das Management vorübergehenden Gegenwind und Marktvolatilität.
Aufgrund des starken Momentums blickt die Geschäftsführung optimistisch auf das restliche Geschäftsjahr. Für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2027 wird ein Umsatz zwischen 11,42 und 11,50 Milliarden US-Dollar erwartet. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 heben die Kalifornier die Umsatzprognose auf 46,1 bis 46,4 Milliarden US-Dollar an (zuvor bis zu 46,2 Mrd. Dollar). Die bereinigte operative Marge (Non-GAAP) soll stabil bei starken 34,3 Prozent liegen.
