Die Nummer zwei am helvetischen Telekommarkt, Sunrise, plant einen grossen Stellenabbau. Bis zu 190 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, darunter auch zahlreiche Führungspositionen, teilt der Konzern mit. Shop- und Kundendienst-Mitarbeitende mit direktem Kundenkontakt seien weitestgehend und die Lernenden gänzlich von den Job-Streichungen ausgenommen.
Aktuell verfügt Sunrise über 2653 Mitarbeitende. Mit dem Stellenabbau verschwinden rund 7 Prozent der Jobs. Ziele der Streichungen seien einfachere Unternehmensstrukturen und damit verbunden "kürzere Entscheidungswege dank grösserer Führungsspannen und weniger Hierarchieebenen", wird in der Mitteilung betont. Zudem solle die Effizienz gesteigert werden - auch unter Einsatz neuer Technologien.
Sunrise habe für die geplanten Entlassungen bereits das Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmendenvertretung und der Gewerkschaft Syndicom eingeleitet. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens werde der Telko unter Berücksichtigung der Ergebnisse den Entscheid über die allfälligen Kündigungen fällen und diese voraussichtlich im Februar und März 2026 vornehmen.
Ein erarbeiteter Sozialplan gelte für alle Mitarbeitenden und berücksichtige das Alter und die Dienstjahre der Mitarbeitenden. Betroffene Mitarbeitende sollenn mit einem Newplacement Programm unterstützt werden. Sunrise stelle auch einen Fonds für individuelle Überbrückungsmassnahmen bereit, wie zum Beispiel für individuelle Härtefälle oder Qualifizierungsmassnahmen. Mitarbeitende ab dem vollendeten 58. Altersjahr sollen einen befristeten Arbeitsvertrag bis zum Erreichen des 62. Altersjahres erhalten. Ab dem vollendeten 62. Altersjahr leiste Sunrise Beiträge im Hinblick auf eine vorzeitige Pensionierung. Jüngere Mitarbeitende sollen möglichst schnell wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Bereits im Frühling 2024 hatte Sunrise 166 von ursprünglich 180 geplanten Stellen gestrichen. Nach dem nun neuerlichen angekündigten Stellenstreichkonzert forderte die Gewerkschaft Syndicom im Rahmen des Konsultationsverfahrens Sunrise auf, auf Kündigungen zu verzichten. Der Konzern solle ernsthaft nach Alternativen suchen, so die Gewerkschaft in einer Stellungnahme: "Die erneuten Abbaupläne sind inakzeptabel. Die Belegschaft hat in den letzten Jahren viel geleistet - sie verdient Jobsicherheit statt weiterer Abbaupläne."
Dem Nachrichtenportal "Inside Paradeplatz" muss ihm Rahmen des Programms auch Chief Consumer Officer Christoph Richartz seinen Hut nehmen. Sunrise zufolge stehe dies jedoch nicht im Zusammenhang mit dem geplanten Stellenabbau. Richartz sei zwar nicht mehr in der Geschäftsleitung von Sunrise, bleibe aber noch für eine Übergangsphase im Unternehmen tätig.
