Der Bedarf an zivilen Drohnen und autonomen Robotern wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren explosionsartig ansteigen, prognostizieren Forscher der Princeton University. Bei Drohnen könnten es pro Jahr zehnmal so viele sein wie heute, bei humanoiden und vierbeinigen Robotern sogar 100 Mal so viele. Dass sich der Bedarf decken lässt, bezweifeln die Wissenschaftler, zumal auch noch unzählige Drohnen hinzukommen, die kriegerischen Zwecken dienen.
Den Experten der Princeton University nach wird es bei der Versorgung von 18 unterschiedlichen Rohstoffen, die für die Herstellung von Drohnen und Robotern benötigt werden, Engpässe geben. "Mit unserem Blick in die Zukunft versuchen wir der Industrie zu helfen, sich auf potenzielle Probleme vorzubereiten und die Probleme in den Lieferketten weniger schmerzhaft zu gestalten. Es gibt Dinge, die wir jetzt tun können, um die Lieferketten zu stärken", sagt Studienautor Anthony Ku.
Insgesamt prognostiziert das Team um Ku, dass die meisten der 18 kritischen Materialien zu beschaffen sein werden. Die Risiken bei den übrigen könnten jedoch durch entsprechende Planung gemindert werden. Den gefährlichsten Engpass identifizieren die Fachleute bei Neodym und Praseodym - Seltenerdmetallen, die in Permanentmagneten verwendet werden, die wesentlicher Bestandteil vieler Drohnen- und Robotermotoren sind.
Auch die Versorgung mit Kohlenstofffasern und Magnesium für den Bau leichter Strukturrahmen könnte weltweit zum Problem werden, heisst es. In den meisten Fällen könnte die Industrie allerdings auf Aluminium als kostengünstige und reichlich vorhandene Alternative zurückgreifen. Um Engpässe zu vermeiden, die sich zusätzlich durch geopolitische Verwerfungen einstellen könnten, sollte die Industrie jetzt schon darangehen, Drohnen und Roboter besser zu konstruieren.
Ziel seien Drohnen, die sich leicht recyceln liessen. Bei Drohnen und Robotern sei das im Vergleich zu anderen Systemen, die auf dieselben Materialien angewiesen sind, aufgrund ihrer kürzeren Lebensdauer - drei bis fünf Jahre für Drohnen und fünf bis zehn Jahre für humanoide Roboter im Vergleich zu über 20 Jahren für Windkraftanlagen - effektiver. "Bei Robotern und Drohnen befinden wir uns noch in den frühen Wachstumsphasen, sodass es eine Chance gibt, diese Systeme so zu gestalten, dass sie sich leicht für das Recycling zerlegen lassen", schliesst Ku.
