Die Ausgezeichneten (Bild: zVg)

Zum nunmehr zwölften Male hat das Spitalzentrum Biel (SZB) den Prix d’Excellence an Absolvent:innen des Bachelor-Studiengangs Medizininformatik der Berner Fachhochschule Technik und Informatik verliehen. Honoriert wurden die besten Abschlussarbeiten in den Kategorien Innovation, Konzept und Umsetzung.

Für ihre herausragenden Abschlussarbeiten geehrt wurden Christian Franke, Jennifer Bürki, Sara Lüthi, Sara Michelle Müller und Nicola Streit. Die Preisträger:innen nahmen den mit insgesamt 3'000 Franken dotierten Preis anlässlich einer feierlichen Preisverleihung im Spitalzentrum Biel entgegen. Kristian Schneider, CEO des Spitalzentrums Biel, dazu: "Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran – und wir sind überzeugt, dass kreative Köpfe in der Medizininformatik entscheidend dazu beitragen werden, das Schweizer Gesundheitswesen zukunftsfähig zu gestalten."

Beste Innovation:
Christian Franke hat in seiner Bachelor-Arbeit in Zusammenarbeit mit der SwissDRG Bern eine Graph-Datenbank mit öffentlich verfügbaren Informationen über hochteure Medikamente entwickelt. Damit lassen sich Zusammenhänge zwischen Medikamenten und deren Einsatzgebieten einfacher erkennen. Die Informationen sollen die SwissDRG AG bei der Weiterentwicklung der stationären Tarifsysteme im Schweizer Gesundheitswesen unterstützen.

Bestes Konzept:
Jennifer Bürki und Sara Lüthi haben die mobile App "Mind Mate" der BFH weiterentwickelt. Seit der Covid-19-Pandemie berichten Studierende vermehrt von stark erhöhten Stressleveln und Erschöpfungserscheinungen. Die App bietet niederschwellige Hilfe im Studienalltag, etwa durch einen KI-gestützten Chatbot, der Anzeichen für Krisen wie suizidale Gedanken erkennt und sofort Notfalloptionen einblendet. In Tests mit Studierenden konnten zahlreiche Verbesserungen in Benutzerfreundlichkeit, Funktionalität und Datenschutz umgesetzt werden.

Beste Umsetzung:
Sara Michelle Müller und Nicola Streit haben gemeinsam mit dem Spital STS Thun erstmals in der Schweiz den nationalen Standard für Impfdaten praktisch umgesetzt und gezeigt, dass sich strukturierte Informationen über das elektronische Patientendossier (EPD) austauschen lassen. Heute werden Impfungen meist noch auf Papier dokumentiert, was zu Doppelspurigkeiten, eingeschränkter Verfügbarkeit und Fehlern führen kann. Mit der digitalen Erfassung können Impflücken einfacher erkannt und die Patientensicherheit deutlich erhöht werden.

Das Spitalzentrum Biel zeichnet jährlich die drei besten Abschlussarbeiten des Bachelors in Medizininformatik der BFH mit dem Prix d’Excellence aus. Verliehen wird dieser im Rahmen einer Partnerschaft, welche die BFH und das SZB im Jahr 2014 eingegangen sind. Diese Kooperation soll es jungen, kreativen Köpfen an der Schwelle zum Berufsleben ermöglichen, ihre Ideen und Neuentwicklungen im Alltag eines Akutspitals zu erproben.