Laut einer neuen Umfrage des deutschen IFO Instituts hält es jedes zweite Unternehmen in Deutschland mit KI-Kompetenz für leicht oder sehr leicht, Arbeitskräfte mit Fach- oder Hochschulabschluss zu ersetzen. Dazu würden sie auf eine Arbeitskraft ohne Abschluss zurückgreifen, die von KI unterstützt wird - womöglich auch, um Kosten für Personal einzusparen.
"KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen", sagt IFO-Forscherin Anna Ruffert. Bisher setzen nach eigenen Angaben bereits 54,5 Prozent der Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen ein.
Im Bereich des Handels geben inzwischen 28,6 Prozent der Firmen eine leichte oder sehr leichte Ersetzbarkeit der (Fach-)Hochschulabsolventen durch KI an, gefolgt von Dienstleistern (19,7 Prozent), Verarbeitendem Gewerbe (14,6 Prozent) und Bauhauptgewerbe (9,3 Prozent).
Dem IFO Institut nach zeigt sich der Effekt etwas schwächer bei Mitarbeitern mit Berufserfahrung: Im Handel können 22,9 Prozent der Unternehmen diese leicht oder sehr leicht durch eine KI-unterstützte, unerfahrene Arbeitskraft ersetzen. Bei den Dienstleistern sind es 14,5 Prozent
"Berufserfahrung ist für Unternehmen offenbar etwas schwerer durch KI zu kompensieren als formale Abschlüsse", meint Ruffert. Doch mehr als die Hälfte der Firmen glaubt kaum an die Ersetzbarkeit eigener Mitarbeiter durch KI. Beim Austausch einer erfahrenen durch eine KI-nutzende, unerfahrene Arbeitskraft liegt dieser Anteil sogar bei 62,7 Prozent, heisst es.
