Nvidia-Chef Jensen Huang hat im Rahmen eines strategischen Besuchs in Südkorea eine Reihe weitreichender neuer KI- und Robotik-Allianzen mit führenden Tech-Konzernen des Landes besiegelt. Ziel dieser Kooperationen sei es, die globale Versorgung mit unverzichtbaren Hochleistungsspeichern zu sichern und das Ökosystem für die nächste Welle der künstlichen Intelligenz, insbesondere im Bereich der physischen KI und Robotik, massiv auszubauen.
Strategisches Kernstück der Reise war der Abschluss einer mehrjährigen Technologiepartnerschaft mit dem Speicherchip-Riesen SK Hynix, um die nächste Generation von High-Bandwidth-Memory (HBM) zu entwickeln. Diese Speicher sind essenziell, um Nvidias kommende "Vera Rubin“-KI-Supercomputer, RTX-Spark-PCs und die Jetson-Thor-Robotikplattform anzutreiben.
Eine weitere Kooperation im Bereich Robotik und Rechenzentren besiegelte Nvidia mit der LG Group. Konkret plant die LG Group den Einsatz von 10.000 Nvidia-GPUs für das Training eigener KI-Modelle und die Entwicklung eines humanoiden Roboters. Zudem kooperieren beide Unternehmen direkt bei Maschinensystemen, Motortechnologien sowie der Architektur zukünftiger Rechenzentren.
Der Telekomriese SK Telecom wiederum baut mithilfe von Nvidia-Technologie eine gigantische KI-Cloud in Südkorea auf. Das erste Grossrechenzentrum soll ab 2027 den Betrieb aufnehmen, heisst es.
Weiters nutzen der Internetkonzern Naver und der Mischkonzern Doosan künftig Nvidia-Infrastrukturen für eigene KI-Rechenzentren. Doosan liefert darüber hinaus wichtige Materialien für Nvidias Blackwell-Chips, was die wechselseitige Lieferketten-Beziehung festigen soll.
Südkorea ist für Nvidia nicht nur wegen seiner enormen Kapazitäten bei Speicherchips (SK Hynix und Samsung Electronics kontrollieren zusammen rund 70 Prozent des weltweiten Marktes) von überragender Bedeutung. Das Land gilt mit seiner stark automatisierten Industrie als perfektes Testfeld für sogenannte Physical AI, also KI, die direkt in Fabriken, autonomen Fahrzeugen und Robotersystemen der realen Welt wirkt.
Letztlich plant Nvidia zusätzlich den Aufbau eines eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrums direkt in Südkorea und rekrutiert dafür bereits aktiv Personal vor Ort.
