Nvidia-Hauptverwaltung in Santa Clara (Coolcaesar/CC BY-SA 4.0)

Der US-amerikanische KI-Chip-Gigant Nvidia kooperiert künftig intensiv mit der japanischen Robotikbranche, um die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) in der physischen Automatisierung voranzutreiben. Nvidia-Chef Jensen Huang bindet die grössten Akteure der japanischen Maschinenbau- und Robotikbranche direkt an das hauseigene KI-Ökosystem an.

So arbeiten mit Fanuc & Yaskawa Electric etwa zwei der global grössten Hersteller von Industrierobotern eng mit Nvidia zusammen, um Maschinen intelligenter, anpassungsfähiger und leichter zugänglich zu machen. Und Fujitsu entwickelt gemeinsam mit Fanuc, Yaskawa Electric und Kawasaki Heavy Industries eine einheitliche Steuerungsplattform für Industrieroboter. Diese basiert auf den Nvidia-Technologien Cosmos, Isaac und Omniverse, um digitale Zwillinge und KI-gestützte Simulationen zu erstellen. Weiters nutzt Omron die Nvidia-Metropolis-Technologien, um automatisierte Inspektionen durch videobasierte KI-Analysen direkt in Fabriken zu verbessern.

Die privaten Kooperationen sind auch eng mit Japans nationaler KI-Strategie verknüpft. So baut Japan in Zusammenarbeit mit dem Nvidia eine gigantische Vera-Rubin-KI-Fabrik auf. Die immense Rechenleistung der Next-Gen-Chips wird vom staatlichen "FRONTia"-Projekt des japanischen Wirtschaftsministeriums (METI) genutzt. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung eines eigenen, grundlegenden KI-Modells speziell für die Robotik. Japan strebt bis zum Jahr 2040 einen weltweiten Marktanteil von über 30 Prozent bei KI-gestützter Robotik an.

Hinter den Allianzen steht auch geopolitischer Druck. Während Japan traditionell als weltweite Hochburg der Industrierobotik gilt, holen chinesische Robotikfirmen bei Software und Stückzahlen rasant auf. Durch den Zugriff auf Nvidias Simulationssoftware wollen die japanischen Schwergewichte ihren technologischen Vorsprung und ihre Marktposition verteidigen.