Symbolbild: Kapi

Mit insgesamt 46 Unternehmensausgründungen hat es es im vergangenen Jahr an der ETH Zürich einen neuer Rekord gegeben. Zudem hat die Hochschule neue Regelungen für die Ausgründung von Firmen in Kraft gesetzt. Neben dem bekannten "ETH-Spin-off"-Label für Unternehmen, deren Geschäftsidee auf Forschungsergebnissen der ETH Zürich basiert, wird seit 2025 auch das "ETH-Startup"-Label vergeben. Es ist für Unternehmen gedacht, die einen ETH-Bezug haben und von ETH-Angehörigen gegründet wurden, jedoch ohne Forschungsergebnisse der ETH auskommen.

Konkret erhielten im vergangenen Jahr 22 Unternehmen dieses Startup-Label, wobei einige davon bereits in früheren Jahren gegründet wurden und nun nachträglich anerkannt wurden. "ETH-Startups werden besonders oft von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen gegründet und werden von der ETH Zürich mit diversen Förderprogrammen unterstützt", erklärt dazu Effy Vayena, Vizepräsidentin Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH Zürich. Neun der 46 Unternehmen entstanden denn auch aus Projekten, die im Student Project House der ETH ihren Ursprung haben.

Ein speziell für ETH-Startups entwickeltes Förderprogramm ist "UPortunity", das von der UBS ermöglicht wird. UPortunity Fellows erhalten ein monatliches Gehalt, ein Projektbudget, Büro- und Laborflächen und werden von erfahrenen Gründer:innen und Expert:innen begleitet. Zu den ersten Startups, die von diesem Programm profitierten, gehört das von einer ETH-Absolventin gegründete Startup Softletics (Kalligo Medical). Das Unternehmen entwickelt einen Prothesenschaft, der sich automatisch an Veränderungen des Gliedmassenvolumens der Prothesenträger:innen im Laufe des Tages anpasst und so Schmerzen und Instabilität vermeidet.

2025 wurden 24 ETH-Spin-offs und 22 ETH-Startups anerkannt. Aufgrund der neuen Regeln für ETH-Ausgründungen sind die Zahlen nicht exakt mit den Vorjahren vergleichbar, da einige Unternehmen, die in der Vergangenheit ein Spin-off-Label erhalten hätten, heute in die Startup-Kategorie fallen.

Mynerva ist eines der neuen ETH-Spin-offs. Das Unternehmen hat eine Socke mit künstlicher Intelligenz für Menschen mit diabetischer Neuropathie entwickelt. Betroffene können damit nicht nur sicherer gehen, sie haben dank der elektrischen Nervenstimulation auch weniger Schmerzen und benötigen möglicherweise seltener Medikamente. Das ETH Spin-off Soverli wiederum bringt eine neue Smartphone-Architektur auf den Markt, die abgeschottete Bereiche auf einem Gerät ermöglicht – etwa für sichere Chats, Krisenkommunikation oder sensible Daten von Unternehmen und Behörden.

Technologie und Software, insbesondere Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (KI und ML), sind mit einem Anteil von 26 Prozent an den neuen ETH Ventures weiterhin der dominierende Industriesektor, gefolgt von Biotechnologie und Pharmazeutika mit einem Anteil von 15 Prozent. Dieser Zuwachs bei den KI-Unternehmen zeigt sich auch in den Risikokapitalinvestitionen in Unternehmen, die an der ETH Zürich gegründet wurden. In 41 im Jahr 2025 offengelegten Finanzierungsrunden, sicherten sich an der ETH gegründete Unternehmen 540 Millionen Schweizer Franken – ein Anstieg von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 12 der 41 Finanzierungsrunden überstieg das aufgebrachte Kapital 10 Millionen Schweizer Franken, wobei Firmen aus den Bereichen KI und Robotik besonders gut abschnitten. Auterion, die Software für Drohnen entwickelt, war mit 103 Millionen Schweizer Franken am erfolgreichsten, gefolgt von Beekeeper und Deepjudge, die sich rund 34 Millionen bzw. 33 Millionen Schweizer Franken sichern konnten. Beekeeper fusionierte im Juli 2025 mit Lumapps SAS, wodurch sich der Gesamtwert des Unternehmens auf 860 Millionen Schweizer Franken belief.

Der Anteil der Gründerinnen hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt und liegt dieses Jahr bei 17 Prozent. Während in vergangenen Jahren rein männliche Teams rund zwei Drittel der Unternehmen gründeten, kamen die gemischten Teams und die rein weiblichen Teams zusammen auf einen Anteil von rund einem Drittel.

Smarte Socke von Minerva (Bild: Michel Büchel/ ETH Zürich)
Smarte Socke von Minerva (Bild: Michel Büchel/ ETH Zürich)
ETHZ: Firmenausgründungen 2025 (Grafik: ETHZ)
ETHZ: Firmenausgründungen 2025 (Grafik: ETHZ)