Neue Gesichtserkennung funktioniert trotz Maske (Foto: PressFeatures, pixabay.com)

Forscher der GLA University helfen Menschen mit Mundschutz, die oft massive Probleme haben, sich Zugang zum eigenen Smartphone oder anderen Geräten zu verschaffen, die mit einer Gesichtserkennung geschützt sind. Ihre Software erkennt registrierte Menschen allein an ihrer Augen- und Stirnpartie. Der Algorithmus nutzt unverwechselbare biometrische Merkmale aus diesem Bereich. Das könnte auch bei der Identifizierung von vermummten Straftätern helfen, die im öffentlichen Raum, geschützt von anderen Demonstranten, ihre Unwesen treiben.

Die Experten der GLA University wollten eigentlich nur eine Schwachstelle der Gesichtserkennungstechnologie beseitigen, die während der Corona-Pandemie zutage getreten war. In dieser Zeit, in der das Tragen von Masken vorgeschrieben war, führte deren Verwendung dazu, dass herkömmliche Gesichtserkennungssysteme berechtigte Nutzer nicht erkannten.

Im Gegensatz zur Iriserkennung, die eine spezielle Nahinfrarot-Bildgebung und kontrollierte Bedingungen erfordert, funktioniert die sogenannten periokulare Erkennung der Wissenschaftler mit gewöhnlichen Kameras bei normaler Beleuchtung - wenn der Nutzer also nicht vermummt ist.

Das Team hat mehrere Arten visueller Informationen kombiniert. Zunächst extrahiert ein Deep-Learning-Modell Merkmale aus dem Bereich um die Augen. Anschliessend analysieren zwei auf verschiedene Merkmale gepolte Bildverarbeitungsverfahren die Stirn der Person.

Die Kombination der dabei erfassten Daten reicht aus, um eine Person zu identifizieren. In Tests, bei der eine Datenbank mit den Porträts der Probanden eingesetzt wurde, hat das neue Erkennungssystem im günstigsten Fall eine Trefferquote von 96 Prozent erreicht. Unter schlechteren Bedingungen, etwa schlechten Lichtverhältnissen, lag sie leicht darunter.

Damit wollen sich die Entwickler aber noch nicht zufrieden geben. Als nächstes wollen sie auch die Ohren als Merkmal nutzen, um möglichst nah an 100 Prozent heranzukommen. Für die Polizei könne das jetzige System schon hilfreich sein, um einen Verdächtigen, der seine Taten vermummt begangen hat, besser zu identifizieren.