Die globale Verwaltungsstelle für Internetadressen Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) veröffentlicht am 7.Oktober die Liste der Bewerbungen für neue Domain-Endungen. Mit ihrem Programm zur Schaffung neuer Endungen will die Icann den Wettbewerb fördern und die Vielfalt im Domain-Namen-System stärken. Öffentlich-rechtliche Körperschaften, Unternehmen und andere Organisationen können prüfen, ob eine Bewerbung ihre Rechte oder Interessen verletzen könnte, etwa durch die unbefugte Nutzung einer Marke.
Die Icann koordiniert generische Domain-Endungen (generic top-level domain, gTLD) wie etwa .com, .org, .wien oder .swiss. Organisationen, die als Registerbetreiber eine neue gTLD verwalten möchten, konnten ihre Bewerbung vom 30. April bis zum 12. August 2026 bei der Icann einreichen. Nachdem diese Frist nun abgelaufen ist, wird die Icann am 7. Oktober auf ihrer Website (New gTLD Program: 2026 Round) eine erste Fassung der Liste der rund 1600 eingegangenen Bewerbungen veröffentlichen. Interessenten, die um dieselbe gTLD konkurrieren, können sich dann gegebenenfalls für die in ihrer Bewerbung angegebene alternative Endung entscheiden.
Am 17. November wird die Icann dann die Liste der beantragten neuen gTLD finalisieren. Anschliessend wird sie die Bewerbungen eingehend prüfen, insbesondere hinsichtlich der technischen und organisatorischen Fähigkeiten der Bewerbenden sowie der Auswirkungen auf Dritte.
Mit der Möglichkeit, Namen mit den neu geschaffenen Domain-Endungen zu registrieren, können öffentlich-rechtliche Körperschaften, Unternehmen und andere Organisationen ihre Sichtbarkeit im Internet erhöhen. Gleichzeitig sollten sie sich allerdings auch gegen die unbefugte Nutzung ihrer Marke oder ihrer Firma durch Dritte (Cybersquatting) schützen. Deshalb empfiehlt es sich, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken dieser neuen Endungen sorgfältig abzuschätzen.
