Nationalbanken üben sich bei Cyberwährungen weiter in Zurückhaltung

Symbolbild: Fotolia/NMann77
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Die meisten Zentralbanken geben sich hinsichtlich der Ausgabe eigener digitaler Währungen weiterhin zurückhaltend. Laut einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel würden mehr als 85 Prozent der weltweiten Notenbanken in den nächsten ein bis drei Jahren wahrscheinlich keine eigenen Cyberdevisen aus der Taufe heben.

Lediglich zwei Notenbanken aus Schwellenländern gäben klare Signale in Richtung eigener Cyberwährungen. Die BIZ wertete für die Studie Antworten von 63 Zentralbanken aus, die in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu ihren Plänen befragt wurden.

In den vergangenen Jahren gab es einen regelrechten Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ripple. Doch nach dem Boomjahr 2017, als Anleger für einen Bitcoin zeitweise noch knapp 20'000 Dollar zahlen mussten, ist der Kurs der grössten und bekanntesten Kryptowährung mittlerweile auf unter 4000 Dollar eingebrochen. Trotz dieser Marktentwicklung sind Experten weiterhin der Ansicht, dass die Technologie hinter diesen Währungen, die sogenannte Blockchain, grosses Potenzial besitzt - auch für Zentralbanken. Dies unterstreicht auch die Untersuchung der BIZ. So hält ein steigender Anteil der Notenbanken eigene digitale Währungen zumindest für möglich. Zudem beschäftigten sich Währungshüter zunehmend mit diesem Thema. Rund 70 Prozent seien bereits damit befasst oder wollten entsprechende Arbeiten bald angehen. Allerdings seien nur fünf Notenbanken mit ihren Projekten schon in einer Pilotphase.