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Studenten der University of Houston haben ein Gerät entwickelt, das Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen bei der Kommunikation unterstützen soll. "My Voice" ist in der Lage, Gebärdensprachen-Gesten zu erkennen und in Worten wiederzugeben. Das Hilfstool soll auch umgekehrt funktionieren und Gesprochenes in Form von Handzeichen wiedergeben.

Entstanden ist My Voice als Kollaboration von Ingenieuren und Industrial Designern. Der handliche Apparat verfügt über ein Mikrofon, Lautsprecher, Soundkarte, eine Kamera sowie ein Display. Es filmt im Stile von Kinect die Bewegungen des Nutzers und errechnet anhand erkannter Bewegungen, welcher Begriff gerade angezeigt wurde. Per Sprachausgabe wird dieser dann in gesprochenes Wort übersetzt. Auch umgekehrt soll die Übersetzung funktionieren. Aufgenommene Wörter werden analysiert, mit dem integrierten Wortschatz abgeglichen und anschliessend auf dem Display in Form von Zeichensprachen-Symbolen dargestellt. Während die Designer sich um die praktikable Form für den alltäglichen Einsatz des Produktes kümmerten, machten sich die Techniker daran, das Gerät zu programmieren.

Herausforderung Datensammlung

Bei diesem Prozess erwies sich das Sammeln des nötigen Inputmaterials als äusserst herausfordernd. "Die grösste Schwierigkeit war das Erstellen der Datenbank mit Bildern der Zeichensprache. Sie besteht aus 200 bis 300 Aufnahmen pro Zeichen", so Jeffrey Seto, einer der am Projekt beteiligten Forscher. "Das Team war ekstatisch, als der Prototyp zusammengebaut wurde."

Bis My Voice seinen geplanten Umfang erfüllen kann, wird es vermutlich noch ein wenig dauern. Im Testlauf konnte es aber immerhin einen ganzen Satz übersetzen. Auf einer Konferenz der American Society of Engineering Education konnten die mittlerweile graduierten Forscher im Rahmen eines Studentenprojekt-Wettbewerbs den ersten Platz erringen.

Hoffnung auf Implementation

Das Team hofft nun, dass ihre Arbeit aufgegriffen und in ein Produkt integriert wird. "Während des Gestaltens und Entwickelns wurde daraus etwas sehr Persönliches", erzählt Sergio Aleman, der ebenfalls Teil der Erfindertruppe ist. "Wir haben Mitglieder der gehörlosen Community kennengelernt und verstehen nun, welchen Herausforderungen sie begegnen. Das hat My Voice für uns alle sehr wichtig gemacht."